Tagespflege Sankt Anna feiert Zehnjähriges

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Bürgermeister Volker Grab (Mitte) hat der Tagespflege Sankt Anna zu ihrem zehnjährigen Bestehen mit einer Torte gratuliert. Das
Bürgermeister Volker Grab (Mitte) hat der Tagespflege Sankt Anna zu ihrem zehnjährigen Bestehen mit einer Torte gratuliert. Das süße Kunstwerk überreichte er der Leiterin der Tagespflege, Claudia Keil (links), und der Generaloberin der Anna-Schwestern, Schwester Veronika Mätzler (rechts). (Foto: Josef Schneider)
Freier Mitarbeiter

Mit einer Torte hat Bürgermeister Volker Grab der Tagespflege Sankt Anna zu ihrem zehnjährigen Bestehen gratuliert. Und das aus gutem Grund. Denn beim Festakt am Sonntagnachmittag im Festsaal der Anna-Schwestern stellte der Hausgeistliche, Kapuziner-Pater Norbert Poeschel, seinen Festvortrag unter das Thema „Dem Leben dienen – mit Brot und Sahnetorte“.

Die Torte des Bürgermeisters sollte gleichzeitig Symbol für Zeitspende sein. Denn Volker Grab will „um den 1.11. herum“ der Tagespflege persönlich einen Besuch abstatten, dort einen Nachmittag verbringen und dann Kuchen für alle mitbringen. Grab freute sich, dass die Anna-Schwestern die älteren Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihnen ein würdevolles Leben bereiten. „Es ist tatsächlich ein Leitprojekt gewesen“, blickte er auf die Gründung der Tagespflege zurück. Dabei lobte er die „segensreiche Arbeit“ und das motivierte und engagierte Team von Ehren- und Hauptamtlichen. Die Tagespflege Sankt Anna hat 17 Tagespflegeplätze.

Erfolgreiche Werbeaktion

Die Generaloberin der Anna-Schwestern, Schwester Veronika Mätzler, beschrieb die Einsamkeit vieler älterer Menschen, „auch in und um Ellwangen“. Sie dankte allen Mitarbeitern der Tagespflege für ihr Engagement, an erster Stelle der Leiterin Claudia Keil. Über 25 Männer habe man in diesen zehn Jahren als ehrenamtliche Fahrer gewinnen können, dankte Schwester Veronika dem ehemaligen Gesamtkirchenpfleger Xaver Stempfle für seine erfolgreiche Werbeaktion. Derzeit sind es 14 Fahrer.

„Ich bin als Geburtshelfer tätig gewesen“, blickte Sozialdezernent Josef Rettenmaier zurück und konstatierte: „Das Kind Tagespflege Sankt Anna hat sich hervorragend entwickelt.“ Die Tagespflege sei ein Ort menschlicher Solidarität, ein Ort der Geborgenheit und Zuwendung, „ein soziales und humanitäres Vorzeigeprojekt“. Zu den Prognosen der Altersentwicklung in Ellwangen sagte Rettenmaier: Die Zahl der über 65-Jährigen werde in Ellwangen bis zum Jahr 2035 um rund 43 Prozent ansteigen, die Zahl der Menschen mit über 85 Jahren ebenfalls um fast 43 Prozent. Im gesamten Ostalbkreis gebe es derzeit 200 Tagespflegeplätze. Bis zum Jahr 2025 brauche man eine Aufstockung auf mindestens 350 Plätze.

45 000 Euro für drei Fahrzeuge

Der Vorsitzende des Förderkreises der Tagespflegeeinrichtung, Rainer Zeifang, nannte als Väter der Einrichtung den Ellwanger Seniorenrat und den Landkreis. Der Förderverein wurde einst von 21 Personen gegründet und zählt jetzt fast 100 Mitglieder. Neben den Mitgliedsbeiträgen, Spenden von Privatpersonen und Bußgeldzuweisungen hatte die Einrichtung in den vergangenen Jahren für Anschaffungen wie Fahrzeuge, Gebrauchsgegenstände und Spiele auch Zuwendungen aus der Bürgerstiftung und der Georg-und-Ruth-Weber-Stiftung erhalten. Zeifang sprach von über 70 000 Euro, die auf diese Weise zusammengebracht wurden, davon allein etwa 45 000 Euro für drei Fahrzeuge.

Pater Norbert Poeschel ging in seinem Festvortrag auf das Leben von Franz von Assisi ein und referierte über Alter, Abschiednehmen und Loslassen. Auch im Alter wolle man ernst genommen und angenommen werden und Geborgenheit spüren, sagte der Mittsiebziger. Achtsamkeit, Empathie und Vertrauen hielt er für wichtig. Humor, Lachen, Freude, das Singen von Volksliedern und „mein Glaube und mein Beten“ bezeichnete er als die „Sahnetorte“.

Andrea Frindt-Schubert (Querflöte) und Thomas Frindt (Klavier) gestalteten den Festakt musikalisch.

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