Tag der offenen Tür im Bürgerwindpark: Staatssekretär wirbt für erneuerbare Energien

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 Der Tag der offenen Tür im Hospitalwald war gut besucht. Auch Oberbürgermeister Dambacher (Sechster von rechts), Landrat Pavel
Der Tag der offenen Tür im Hospitalwald war gut besucht. Auch Oberbürgermeister Dambacher (Sechster von rechts), Landrat Pavel (Neunter von links) und Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Siebter von rechts) waren vor Ort, um für erneuerbare Energien zu werben. (Foto: halbig)
Dorothea Halbig

Im Rahmen der Energiereise Nord-Ost-Württemberg (E-NOW) haben Oberbürgermeister Michael Dambacher, Landrat Klaus Pavel, der Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, Stefan Powolny, und die Vorsitzenden der Energiegenossenschaft Virngrund, Willi Gresser und Friedrich Schluck, den Bürgerwindpark Virngrund besichtigt. Mit dabei war auch Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium.

Powolny erklärte, die Planung und der Bau der Windkraftanlagen seien schnell und unkompliziert voran gegangen, da das genutzte Flurstück im Wald bei Engelhardtsweiler nur einem und nicht mehreren Eigentümern gehörte. Die Windräder im Bürgerwindpark Virngrund im Hospitalwald wurden planmäßig im Sommer 2016 in Betrieb genommen. Jede der drei Anlagen könne rund 7,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Zusammen entspricht dies etwa der durchschnittlichen Energiemenge von 5000 Haushalten.

Gutachten: Greifvögel leiden nicht unter Windkraftanlagen

„Wir steigen aus den fossilen Brennstoffen aus, ob wir das wollen oder nicht“, sagte Umweltsstaatssekretär Baumann. Auch er habe am Freitag als Privatperson am globalen Klimastreik teilgenommen. Es breche ihm das Herz, so viele Kinder und Jugendliche zu sehen, die sich ihrer Zukunft beraubt fühlten, sagte er; „Wir müssen also weiter auf erneuerbare Energien setzen, um fossile Kraftwerke zu ersetzen“, appellierte er.

Während in Norddeutschland an der Küste das Windaufkommen schon an sich hoch ist, stehen die Anlagen in Süddeutschland in der Regel auf Höhenzügen oder Bergen, oft sind sie auch von Wald umgeben. Hier müssen Naturschutzrichtlinien eingehalten werden, um die Qualität des Waldes zu erhalten. Muss an einer Stelle Wald gerodet werden, um eine Windkraftanlage zu bauen, muss an anderer Stelle Wald entstehen.

Außerdem müssen die Standorte im Hinblick auf den Artenschutz untersucht werden wie zum Beispiel den Vogelzug. Powolny und seine Kollegen der Energiegenossenschaft zeigten sich erstaunt über ein Gutachten, wonach seit dem Bau der Windkraftanlagen im Hospitalwald der Bestand an Greifvögeln wie dem Rotmilan in diesem Gebiet ansteige.

Auch auf Fledermäuse werde acht gegeben: Im Sommer müsse die Anlage drei Stunden vor Sonnenuntergang abgeschaltet werden und dürfe erst drei Stunden nach Sonnenaufgang in Betrieb genommen werden. Im Winter sei es jeweils eine Stunde vor und nach Sonnenaufgang, da die Fledermäuse Winterruhe halten.

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