Tödliche Auseinandersetzung: Drama im Ellwanger Storchennest

Lesedauer: 3 Min
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Das bisherige Ellwanger Storchenmännchen ist tot. Die Feuerwehr hat das Tier am Montagabend aus dem Nest geholt. Dabei ist festgestellt worden, dass es durch gezielte Schnabelhiebe von Artgenossen ums Leben gekommen ist. Möglicherweise ist der Storch bei dem Versuch getötet worden, sein angestammtes Nest zurückzuerobern, in das mittlerweile ein neues Paar eingezogen ist.

Seit etwa zweieinhalb Wochen hatte sich der Ellwanger Storch, der in diesem Jahr viel früher als sonst aus dem Winterquartier zurückgekehrt war, um die Storchendame in Schwabsberg bemüht.

Am vergangenen Mittwoch war es aus dem dortigen Nest vertrieben worden: Das angestammte Schwabsberger Storchenmännchen war inzwischen zurückgekehrt. Die Beobachter gingen davon aus, dass sich der Ellwanger Storch nun wie in den vergangenen Jahren in der Nachbarschaft auf Brautschau befand.

Neues Paar hat Nest übernommen

Seit Sonntag, 31. März, war das Ellwanger Männchen aber nicht mehr gesehen worden. Stattdessen meldeten Anwohner, dass ein neues Paar das Ellwanger Nest in Besitz genommen hatte. Das Männchen trägt keinen Ring und war bisher nicht bekannt.

Darüber hinaus stellte man fest, dass sich das Paar stets um die Mitte des Nestes herum bewegte. Später zeigte sich, dass im Nest ein toter Storch lag.

Als der tote Storch am Montagabend mit Hilfe der Drehleiter der Ellwanger Feuerwehr aus dem Nest geholt wurde, bestätigte sich bei der Ringablesung die Befürchtung, dass es sich um das bisherige Ellwanger Männchen handelt.

Gezielte Schnabelhiebe brachten ihm das Ende

Die Untersuchung des Kadavers ergab, dass gezielte Schnabelhiebe in die Brust, den Hals und den Kopf zum Tod des Männchens geführt haben.

Die Verletzungen sind offensichtlich auf einen Kampf um das Nest mit dem inzwischen dort eingezogenen neuen Paar zurückzuführen. Es ist jedoch auch nicht auszuschließen, dass der Storch bei der Vertreibung aus dem Schwabsberger Nest schon Verletzungen erlitten hatte.

Kämpfe mit Artgenossen mit diesem Ausgang sind nach Aussage des Storchenbeauftragten des Nabu Ellwangen, Helmut Vaas, bei Weißstörchen gar nicht so selten. Die Vogelschützer hoffen jetzt, dass das neue Paar unbehelligt brüten und Nachwuchs aufziehen kann.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen