Sportgala „Ebbasanders“ bringt Feuerwerk an Aufführungen

Lesedauer: 6 Min
Petra Rapp-Neumann

Seit 2015 stemmt der FC Röhlingen jedes Frühjahr einen Galaabend akrobatischer und tänzerischer Superlative. „Zeit des Blühens“, „Grenzenlos“, „Aurum“ und „Somnium“ haben fasziniert und begeistert. Kaum möglich, das zu toppen. Vanessa Schneider, Vanessa Spaag und Nicole Bühler sind als kreative Köpfe des FC gut beraten gewesen, es gar nicht erst zu versuchen. Sie konzentrierten sich darauf, was ihnen am nächsten liegt: aufs Schwäbische. So entstand eine Stadtsportgala der besonderen Art, eben „Ebbasanders.“

Sich selbst treu geblieben

Doch der FC Röhlingen wäre nicht der, der er ist, wäre er nicht auch mit „Ebbasanders“ sich selbst treu geblieben. Geblieben sind Leidenschaft, Herzblut und Durchhaltevermögen. Geblieben sind jene unglaublichen Momente, die dem Publikum den Atem rauben und Gänsehautschauer über den Rücken jagen. Das Ganze präsentiert von einer, die „ebbasanders“ und eine Klasse für sich ist: Rosemie Warth, eine begnadete Komödiantin, wie sie schwäbischer nicht sein könnte. Rosemie zu erleben, wie sie als „Confriseuse“ mit Hornbrille im braven Plisseekleidchen das Programm „verkündigte“, VR-Bank-Vorstand Jürgen Hornung anschmachtete, Alphorn blies, moonwalkte und für „Stimmung“ sorgte, hätte den Sportlern beinahe die Show gestohlen. Aber nur beinahe.

22 Mini Goldies wirbelten als frühlingsfrische „Pionites Leucogaster“, als Rostkappenpapageien, über die Bühne der ausverkauften Rundsporthalle. Für Gesangseinlagen sorgte die „Stib Visite“ der Kölner Musiker Titus Schlüter und Berend Ibbeken. Die Röhlinger Rope Skipper machten mit „Back to the 80’s“ Furore: sieht easy aus und ist höllisch schwer. Waghalsiges mit doppelten Seilen präsentierten wie im vergangenen Jahr die drei „In.Team“-Rope Skipper Sebastian Deeg, Fabian Fischer und Amir Salihi.

Das war die Gala Ebbasanders 2019.

Die Röhlinger Gold Seekers sind Mannschaft des Jahres. Zu Recht. Graziös tanzten sie sich mit „In the End“ ebenso in die Herzen der Zuschauer wie die von Tina Kern trainierten Goldies mit ihrer von Hawaii inspirierten Choreografie „Hula Tohuwabohu.“

Schwünge, Handstände und Haltefiguren greifen präzise wie ein Uhrwerk

Ein Tisch, drei Stühle, fertig ist die Tablobatik des „Showprojects“ aus Frankfurt am Main. Einzigartige Körperbeherrschung, maskuline Kraft und Eleganz ließen den Atem der faszinierten Zuschauer stocken. Grandios auch der Auftritt „Barrolin“ mit zwei Parallelbarren, von Rosemie fürsorglich mit „Barrenschoner“ umhäkelt, und einem Trampolin. Präzise wie ein Uhrwerk griffen Schwünge, Handstände und Haltefiguren des durchtrainierten Quintetts ineinander. Großartig.

Wie schon bei „Aurum“, zeigte die Showturngruppe des Stedinger Turnvereins aus Berne vollen Körpereinsatz. Mit ihrer Barren-Choreografie „Ein Tag am Bau“ begeisterten die Blaumänner aus Niedersachsen mit einem Mix aus Show, Turnen und Akrobatik. Sozusagen alte Bekannte sind auch die „Bacharacher Oldtimer.“ In Sachen Gelenkigkeit macht diesen fünf würdigen Herren keiner etwas vor. Mit kreativem Kastenspringen bewiesen sie, wie Gymnastik ältere Semester fit hält.

 Der Stedinger Turnverein Berne zeigt „Einen Tag am Bau“.
Der Stedinger Turnverein Berne zeigt „Einen Tag am Bau“. (Foto: Thomas Siedler)

Grandios war der Auftritt der „Onetotwo Crew.“ Die Trickliner Moritz Hamberger und Simon Meirandres sind Weltklasse-Slackliner. Perfekt synchrone Salti, Schrauben und Posen dieser „Seiltänzer“ brachten die Halle zum Toben. Aus Berlin reiste die Urban-Dance-Crew M.I.K Family an. Die „Monsters in Krump“ legten eine dynamische Hip-Hop-Show aufs Parkett.

Unvergessen ist der großartige Auftritt der österreichischen Akrobatikgruppe „Zurcaroh“ bei „Aurum“, Weltmeister 2013 der World Gym for Life Challenge. 2017 holten sich ihre Landsleute „The Freaks“ Gold. Mit „Collapsing World“ präsentierten die Akrobaten des Turnvereins Sankt Valentin ein artistisches Gesamtkunstwerk mit atemberaubenden Höhenflügen bis zur Hallendecke.

Wo es schwäbisch zugeht, dürfen Guggen nicht fehlen. Mit den Röhling Stones performten die Gold Seekers das krönende Finale „Ebbasanders.“ Begeisterte Zuschauer dankten mit Standing Ovations für ein spektakuläres Feuerwerk der Showakrobatik und wurden von Rosemie im nachtblauen Abendkleid und ihrer Tuba mit „Guten Abend, gut‘ Nacht“ als Rausschmeißerle verabschiedet. Magisch. Schwäbisch. Wunderbar.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen