Nach Herzenslust zu singen: Das haben sich viele Röhlinger nicht entgehen lassen und sind zum zweiten offenen Singen geströmt, das der Liederkranz Röhlingen in der Mühlbachhalle angeboten hat. Mit dabei war auch eine große Schar Mitglieder des Liederkranzes Unterschneidheim.

„Singen befreit und macht Freude“, sagt Eugen Veile, Vorsitzender des Röhlinger Liederkranzes. „Alleine traut sich keiner so recht, aber in der Gruppe singt jeder gerne mit.“ Diese Erfahrung hat der Verein bereits bei seinem ersten offenen Singen gemacht und den Erfolg vom vergangenen Herbst nun wiederholt.

 Offenes Singen in der Mühlbachhalle Röhlingen: Da schallen die alten Volkslieder aus vielen Kehlen, untermalt von Josef Frick m
Offenes Singen in der Mühlbachhalle Röhlingen: Da schallen die alten Volkslieder aus vielen Kehlen, untermalt von Josef Frick mit der Trompete sowie Elisabeth Rathgeb und Leonhard Schmidt am Akkordeon. (Foto: Möcklin)

Natürlich sind viele Mitglieder des Liederkranzes mit ihren Frauen gekommen, aber auch viele andere Röhlinger, Freundesgruppen, Turnerfrauen, eine Clique von Arbeitskollegen und vor allem: an die 40 Unterschneidheimer. Sie gehören dem dortigen Liederkranz an und verstehen ihren Ausflug nach Röhlingen zu ihrem Patenverein als fliegende Singstunde.

Wir wandern heut ins Schwabenland. Eines der gesungenen Lieder

„Die Röhlinger haben uns neulich bei unserem Eröffnungsabend zum 175-jährigen Bestehen unterstützt, jetzt folgen wir ihrer Einladung zum Gegenbesuch“, erklärt das dreiköpfige Vorstandsteam mit Thomas Weik, Stefan Hönle und Gertrud Joas.

Es erwartet sie „ein bissle essen, trinken, schwätzen und singen“, kündigt Eugen Veile in seiner Begrüßung an, und schon stimmt der Saal das erste von vielen Volks- und Wanderliedern an, die an diesem Abend erklingen werden: „Ei Mädel vom Lande“.

Und wie es klingt. Vielstimmig und kräftig schallen die Lieder durch den Saal. „Im schönsten Wiesengrunde“, „Wir wandern heut ins Schwabenland“ und „I bin dr Bua vom Sechtatal“ können alle textsicher mitschmettern, denn Willi Weber vom Liederkranz hat in Fleißarbeit stapelweise Ordner mit mehr als 60 Liedtexten zusammengestellt und an die Besucher ausgeteilt.

Dazu liefern Josef Frick mit der Trompete und dem Akkordeon sowie Elisabeth Rathgeb und Leonhard Schmidt am Akkordeon die instrumentale Begleitung. Fast sofort überträgt sich die Glücksseligkeit der alten Melodien auf den ganzen Saal, und spätestens im Dreivierteltakt von „Bajazzo“ und „Draußen am alten Brunnen“ schunkeln alle mit. Stimmt einer aus der Menge ein „Prosit der Gemütlichkeit“ an, nehmen es die anderen klangvoll auf, schlägt einer ein Lied vor, zeigt Willi Weber dessen Nummer flugs in der Runde an.

So geht das einen fröhlichen Abend lang, bereichert um Leonhard Schmidt und seiner Frau als Gesangsduo Hartl und Burgl, ergänzt um Mitglieder der Rösena, die für die Getränke sorgen, und um die bienenfleißigen Chorfrauen des Liederkranzes in der Küche.

„Mit unserem offenen Liederabend möchten wir die Leute zum Singen animieren“, sagt Eugen Veile noch. „Vielleicht bekommt ja der eine oder andere Lust, bei uns im Verein mitzumachen, aber wichtiger sind der Spaß und der Kontakt zur Bevölkerung“, findet er. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich voraussichtlich im Herbst.

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