Rolle und Schicksal der Frauen in früherer Zeit

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Sabine Rupp (links) und Andrea Batz von den Krawallschachteln sangen zum Internationalen Frauentag im Ellwanger Rathaus von „st
Sabine Rupp (links) und Andrea Batz von den Krawallschachteln sangen zum Internationalen Frauentag im Ellwanger Rathaus von „starken Frauen in Baden und Württemberg“. (Foto: Josef Schneider)
Schwäbische Zeitung
Josef Schneider

„Frauen in Ellwangen – Die Rolle der Frauen in unserer Stadt.“ Unter diesem Motto haben die beiden Stadtführerinnen Ruth Julius und Hedwig Erhardt am Freitagabend im Rahmen des Internationalen Frauentags Frauen und einige wenige Männer durch die Innenstadt geführt. Zuvor hatten die Krawallschachteln mit Andrea Batz und Sabine Rupp im kleinen Sitzungssaal des Rathauses echte Frauenpower geliefert.

Von „starken Frauen in Baden und Württemberg“ sangen Andrea Batz und Sabine Rupp voll Leidenschaft. „Seit 1977 können wir Frauen ohne die Erlaubnis des Ehemannes arbeiten“, berichtete die städtische Frauenbeauftragte, Nicole Bühler. Als weitere Erfolge nannte sie die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 und die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland. Doch die echte Gleichberechtigung der Frau sei noch lange nicht erreicht, bedauerte sie mit Blick auf die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen und auf die immer noch ungleiche Bezahlung von Mann und Frau bei gleicher Arbeit. „Frauenrechte sind Menschenrechte“, sagte sie. Weltweit seien mehr als ein Drittel der Frauen von Gewalt betroffen, und 130 Millionen Mädchen besuchten keine Schule. Bildung sei der Schlüssel zur Teilhabe.

Bürgermeister Volker Grab lobte die vielen Veranstaltungen in Ellwangen zum Internationalen Frauentag. Grab ging auf die Gleichberechtigung und Chancengleichheit ein und sagte, bei diesem Prozess dürfe man nicht Halt machen, denn es gebe immer noch Diskriminierungen. Man müsse die Gleichberechtigung im Alltag leben und umsetzen. Gleichberechtigung baue auf Gleichwertigkeit. Schulsozialarbeiterin Nadine Haag betonte: „Nimm dein Leben in die Hand und gestalte deine Zukunft selbst.“

Das dunkle Kapitel der Hexenverfolgung

Die Stadtführerinnen Ruth Julius und Hedwig Erhardt berichteten bei dem Rundgang durch die Innenstadt über das Schicksal der Frauen in früherer Zeit und über die Aufgaben, die Frauen damals zu erfüllen hatten. Dabei wurde das dunkle Kapitel der Hexenverfolgung Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts mit rund 450 Toten beleuchtet. Aber auch auf das Aufgabengebiet der Seelschwestern im Seelhaus in der Badgasse im Bereich Krankenpflege, letzter Ölung und Organisation von Beerdigungen gingen die Stadtführerinnen ein. Das Leben von Kräuterfrauen und Hebammen, von adeligen, bürgerlichen und von bäuerlichen Frauen waren weitere Punkte. Frauen trafen sich früher zum Waschen am Fuchseckbrunnen, um miteinander reden zu können.

Während des geführten Stadtrundgangs konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch eine Mädchengruppe aus Pfahlheim mit Ortschaftsrätin Petra Köppel, in den Schaufenstern von Ellwanger Geschäften interessante Kunstwerke von neun Schülerinnen der Eugen-Bolz-Realschule (EBR) besichtigen. Die bemerkenswerten Bilder der Sechst-, Acht- und Neuntklässlerinnen zur Ellwanger Frauenwoche waren im Rahmen eines Projekts der Schulsozialarbeit der EBR und der Frauenbeauftragten der Stadt unter dem Titel „Design Your Dream – Ein kreativer Einblick in die Zukunftsvorstellung heutiger Mädchen“ entstanden. So entstanden Bilder von Freundschaft, vom eigenen Haus mit Haustieren, vom Urlaub in Spanien, aber auch vom Griff nach den Sternen.

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