Röhlinger fährt mit 70 Jahre altem Motorrad auf dem Hockenheimring

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 Umgeben von Preisen und Plaketten: Franz Abele aus Röhlingen auf seiner NSU ZDB, Baujahr 1949.
Umgeben von Preisen und Plaketten: Franz Abele aus Röhlingen auf seiner NSU ZDB, Baujahr 1949. (Foto: Blauhut)
Horst Blauhut

Spätestens seitdem der damals 16-jährige Franz Abele 1967 den Moped-Führerschein erwarb, hat ihn die Liebe zum motorisierten Zweirad begleitet. Insbesondere ist ihm ein Motorrad aus dem Jahr 1949 ans Herz gewachsen, das noch zwei Jahre älter ist als er selbst. Mit diesem 70 Jahre alten Zweirad ist er erst vor wenigen Tagen auf dem Hockenheim unterwegs gewesen.

Franz Abeles Vater Wilhelm, als junger Mann auch ein Motorrad-Fan, leistete sich 1949, ein Jahr nach der Währungsreform, das Prachtstück des Typs NSU ZDB aus Neckarsulm – die Abkürzung ZDB steht für Zweisitzer Doppelauspuff Block – für 800 Deutsche Mark. Diese Maschine mit 125 Kubikzentimetern schafft mit ihren 3,2 Pferdestärken heute noch zwischen 60 und 70 Kilometer pro Stunde, verbraucht rund vier Liter pro 100 Kilometer und war der Vorgänger der noch berühmteren NSU Max mit 250 Kubikzentimetern und 17 PS, die sein Vater 1953 erwarb. Franz Abele verkaufte die NSU Max im Jahr 2009 und erwarb dafür sein zweites Prunkstück, eine BMW R50 mit 500 Kubikzentimetern und 26 PS aus dem Jahr 1957.

Umgeben von Preisen und Plaketten

Franz Abele, der seit 1986 Mitglied im 1984 gegründeten Ellwanger Oldtimerverein ist, protestierte als junger Mann heftig, als sein Vater die NSU ZDB verkaufen wollte. Heute hat das gute Stück, nachdem sie 1987 für 1100 Mark völlig restauriert wurde, in der Garage neben der BMW R 50 einen Ehrenplatz. Sie teilt ihn mit vielen Plaketten und inzwischen rund 90 Pokalen, die Franz Abele in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen beiden Motorrädern bei diversen Rallyes und Motorveranstaltungen erworben hat. Dabei legte er zusammen mit seiner Kreidler Super 5TS, Jahrgang 1964, mehr als 100 000 Kilometer zurück.

Vor wenigen Tagen erfüllte sich Franz Abele einen Lebenstraum, als er bei der immer im September vom Veteranen-Fahrzeugverband VFV veranstalteten Gleichmäßigkeitsprüfung auf dem 3,7 Kilometer langen Hockenheimring mit seiner 70-jährigen NSU ZDB zum inzwischen vierten Mal nach 2001, 2007 und 2010 an einer Zielfahrt für Oldtimer-Fahrzeuge teilnahm. Dabei werden sechs Runden gefahren. Entscheidend ist nicht die erzielte Zeit: Der Teilnehmer muss nur ins Ziel kommen.

Mit großem Stolz durchfuhr Franz Abele mit seiner NSU ZDB die legendäre Sachskurve auf dem Hockenheimring mit 65 Kilometern pro Stunde. Bei der Erinnerung an diese Rundfahrt auf dem Ring und an mögliche weitere Teilnahmen an Motorradveranstaltungen leuchten bei dem Oldtimer-Fan die Augen auf.

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