Publikum nimmt in echtem Flüchtlingsboot Platz - viele lässt das Gefühl nicht kalt

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 Dieses Boot, das in der evangelischen Stadtkirche zu sehen ist, hat auf dem Mittelmeer Flüchtlinge gerettet.
Dieses Boot, das in der evangelischen Stadtkirche zu sehen ist, hat auf dem Mittelmeer Flüchtlinge gerettet. (Foto: Lehmann)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Das Organisationsteam freut sich über Menschen, die an der „Aktion Sicherer Hafen Ellwangen“ mitarbeiten. Das gilt auch und gerade für junge Leute, die sich für eine derartige Aktion engagieren möchten. Kontakt: sicherer.hafen.ellwangen@gmx.de

Elf Meter lang, 3,50 Meter breit ist das Flüchtlingsboot, das noch bis Mittwoch, 20. November, in der evangelischen Stadtkirche zu sehen ist. Das Boot war bei humanitären, zivilen Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer unterwegs. Es bot vielen Menschen auf ihrem lebensgefährlichen, verzweifelten Weg nach Europa Platz.

Bei Wind und Wetter, tage- und nächtelang, Körper an Körper versuchen auch heute noch Flüchtende, sich an ein rettendes Ufer zu kommen.

Das ist auch Thema der Friedensdekade gewesen. Schulklassen sind gekommen, haben im Boot Platz genommen und konnten einmal erahnen, wie sich Menschen auf der Flucht fühlen mögen.

Eingeengt, auf unsicherem Untergrund, Kälte oder brütender Hitze ausgesetzt, einer völlig unsicheren Zukunft entgegentreibend. Für viele Männer, Frauen und Kinder endete – und endet immer noch - ihre Reise mit dem Tod im Mittelmeer.

Am Boot im Kirchenschiff hat Ines Fischer, Asylpfarrerin der Prälatur Reutlingen, vor einem beschämten und schockierten Publikum einen Vortrag über die „Aktion Sicherer Hafen“ gehalten.

Wie groß muss die Not sein, dass man sich in diese Gefahr begibt?

Eintrag im Gästebuch

Bei der Aktion stellen sich Kommunen gegen die Abschottungspolitik Europas und leisten selbst einen Beitrag, um mehr Menschen ein sicheres Ankommen zu ermöglichen. Auch die Rolle Deutschlands in diesem Trauerspiel blieb in dem Vortrag nicht unerwähnt.

Organisationsteam ist von der Resonanz überwältigt

Nie hat das Organisationsteam mit einer solchen Resonanz auf die Aktion „Flüchtlingsboot in der Stadtkirche“ gerechnet; die Sogwirkung ist überwältigend.

Noch bis Mittwoch haben Interessierte die Gelegenheit, das Boot anzusehen. Die Einträge im Gästebuch zeigen, wie betroffen junge und alte Besucher sind.

„Wir sind sehr beeindruckt und betroffen! Wie groß muss die Not sein, dass man sich in diese Gefahr begibt? Wir wünschen allen ein glückliche Rettung“, schreibt eine Schulklasse des Hariolf-Gymnasiums.

Und eine Klasse des Berufsschulzentrums will die Aktion unterstützen, „dass Ellwangen ein sicherer Hafen für Flüchtlinge in Not wird!“

Das Organisationsteam freut sich über Menschen, die an der „Aktion Sicherer Hafen Ellwangen“ mitarbeiten. Das gilt auch und gerade für junge Leute, die sich für eine derartige Aktion engagieren möchten. Kontakt: sicherer.hafen.ellwangen@gmx.de

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