Pfarrer Gerald Ezeanya tanzt einen Freudentanz

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 Pfarrer Gerald Ezeanya, der drei Jahre in Ellwangen gewirkt hat, ist bei einem Stehempfang im Jeningenheim verabschiedet worde
Pfarrer Gerald Ezeanya, der drei Jahre in Ellwangen gewirkt hat, ist bei einem Stehempfang im Jeningenheim verabschiedet worden. Mitte Oktober geht er als Pfarrvikar in die Seelsorgeeinheit Zocklerland im Dekanat Ravensburg. Von links: Josef Brenner, Pfarrer Simon Nwabuife aus Alfdorf, Hans Benirschke, Gerald Ezeanya, Xaver Stempfle, Sybille Stempfle und Monika Kröll. (Foto: Josef Schneider)

Spontane Freudentänze eines katholischen Priesters vor versammelter Gemeinde gibt es selten. Aber in Ellwangen. Pfarrer Gerald Ezeanya machte es bei seiner Verabschiedung im Jeningenheim vor. Grund für das große Entzücken des 40-jährigen Nigerianers war eine Mitteilung von Pfarrer Michael Windisch. Der Geistliche berichtete, der Kirchengemeinderat von Sankt Wolfgang habe beschlossen, das Kindergarten- und Schulprojekt des Afrikaners in seiner Heimat als Missionsprojekt zu unterstützen und weiterzuführen.

Pfarrer Gerald Ezeanya aus Anambra verlässt Mitte Oktober die Seelsorgeeinheit Ellwangen, um künftig als Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit Zocklerland im Dekanat Ravensburg zu wirken (wir berichteten). Drei Jahre und drei Monate war der Priester in und um Ellwangen herum tätig und ob seiner Herzlichkeit sehr beliebt und geschätzt.

In seinem Abschiedsgottesdienst in der Basilika blickte Pfarrer Gerald Ezeanya auf seine Zeit in Ellwangen zurück. In seiner Predigt sprach sich der Nigerianer für den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft aus. Die Menschen sollten, unabhängig von Herkunft, Alter und Position, keine Stolpersteine für andere sein, sondern „ein Sprungbrett zueinander“. Am Ende des Gottesdienstes erhielt er starken Applaus. Konzelebranten waren Pfarrer Michael Windisch, Diakon Siegfried Herrmann und der Nigerianer Simon Nwabuife.

Beim Stehempfang im Jeningenheim bedankte sich Pfarrer Michael Windisch humorvoll bei seinem Mitbruder für dessen Dienste, lobte seine Offenheit und den Aufbau vieler Kontakte zu den Menschen in Ellwangen und ging auf die unterschiedlichen Mentalitäten und das unterschiedliche Feiern des Glaubens hier und in Afrika ein. Windisch sagte unter Beifall „Vergelts Gott“ für alles, was Gerald Ezeanya in der Seelsorgeeinheit als Priester und als Mensch getan habe. „Die Verbindung zu uns wird bleiben“, sagte Windisch und meinte damit das neue Missionsprojekt der Kirchengemeinde von Sankt Wolfgang.

Dank für die herzliche Aufnahme

Gerald Ezeanya dankte allen für die herzliche Aufnahme und Unterstützung und tat dies mit der Aufzählung von gefühlt über 100 Personen, die ihm besonders nahe standen und ihm geholfen hatten, sich in Ellwangen wohlzufühlen. „Manche Predigt wäre ohne Ihre Hilfe nicht so gelungen“, dankte er insbesondere Hermann Weigold. Er nehme viele gute Erinnerungen mit. Als armer Mensch und armer Priester sei er gekommen, jetzt gehe er als reicher Mensch und reicher Priester.

Mit dem Lied „Muss i denn zum Städtele naus“ verabschiedeten sich die Schäfchen von ihrem Hirten. Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats von Sankt Wolfgang, Christoph Romer, dankte Ezeanya für die segensreiche Zeit. Romer erinnerte an Ezeanyas ersten Gottesdienst und an sein „Guten Morgen“ zu Beginn der Messe: „Alle haben Guten Morgen gesagt – und auf einmal war das Eis gebrochen.“

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