Pater Philipp Jeningen ist noch ein Vorbild im Glauben

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15 Zelebranten und über 50 Ministranten waren an dem Gottesdienst zum Gedenken an den Missionar Philipp Jeningen beteiligt.
15 Zelebranten und über 50 Ministranten waren an dem Gottesdienst zum Gedenken an den Missionar Philipp Jeningen beteiligt. (Foto: Josef Schneider)

Der gute Ruf von Pater Philipp Jeningen als Vorbild im Glauben ist auch über 300 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. Das hat sich am Sonntagabend bei der Wallfahrt des Dekanatsbezirks Ellwangen/Neresheim zu seinen Ehren in der Basilika wiederum gezeigt.

Eine große Anzahl von Gläubigen versammelte sich in der Basilika, um des Volksmissionars und des Virngrundapostels zu gedenken. Der Jesuit Philipp Jeningen wurde 1642 in Eichstätt geboren und starb 1704 an seinem Wirkungsort Ellwangen. Als Guter Pater Philipp bekannt, liegt er in der Liebfrauenkapelle der Basilika begraben. Viele Katholiken schöpfen dort Kraft im stillen Gebet.

„Philipp, du Gottesmann, reich an Glaub und Tugend, segne dein Volk“, sangen die Gläubigen zu Beginn des eineinhalbstündigen Gottesdienstes, den der Stiftschor unter der Leitung von Regionalkantor Thomas Petersen musikalisch gestaltete.

15 Zelebranten, über 50 Ministranten und die Vertreter der Kirchengemeinderäte zogen nach einem kurzen Innehalten am Grab des Paters in die Kirche ein. Letztere hatten weiße Rosen oder brennende Kerzen in der Hand, die auf einem roten Tuch auf den Altarstufen platziert wurden. Paul Feil, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates Sankt Vitus, trug ein Bild von Pater Philipp Jeningen in die Kirche. Auch dieses wurde auf den Altarstufen abgestellt. Das Seligsprechungsverfahren für Philipp Jeningen wurde am 7. November 2011 eröffnet und ist noch nicht abgeschlossen.

Pfarrer Michael Windisch erinnerte an den Diözesankirchenmusiktag vom 23. September in Ellwangen, der unter dem Motto „Alles soll Amen und Halleluja sein“ stand. Das könne man auch über das Leben von Pater Philipp schreiben, meinte der Ellwanger Geistliche.

„Zum Pater Philipp gehen“, sei auch in der ganzen Diözese ein feststehender und bekannter Ausspruch, sagte Ordinariatsrat Gerhard Schneider von der Diözese Rottenburg-Stuttgart in seiner Predigt. Als Vorfahre im Glauben könne Pater Philipp auch heute noch beeindrucken, 375 Jahre nach seiner Geburt.

Gerhard Schneider forderte mit Blick auf den Glaubenszeugen Philipp Jeningen und sein Feuer für das Evangelium dazu auf, Jesus Christus und sein Evangelium zum Lebensprinzip werden zu lassen. Was Pater Philipp verkündet habe, sei an seinem Leben ablesbar. Jeningen sei ein ungemein wirkmächtiger Missionar gewesen, von dem es sinngemäß heißt: „Mein ganzes Leben soll eine Predigt sein.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats Sankt Vitus, Paul Feil, beschrieb Pater Philipp als einen guten Hirten der Seelsorge und der Nächstenliebe und bat die Gottesdienstbesucher, den Seligsprechungsprozess weiterhin mit ihrem Gebet zu begleiten und wie Pater Philipp den Glauben „mit dem Evangelium im Gepäck“ im Alltag zu leben und zu bezeugen. Im Anschluss bestand im Jeningenheim Gelegenheit zur Einkehr und zur persönlichen Begegnung.

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