Ottos Böhmische Blasmusik spielt zum Frühschoppen in Röhlingen

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 Blasmusik vom Feinsten spielte Ottos Böhmische Blasmusik beim Frühschoppen im Narrenstall der Röhlinger Mühlbachhalle.
Blasmusik vom Feinsten spielte Ottos Böhmische Blasmusik beim Frühschoppen im Narrenstall der Röhlinger Mühlbachhalle. (Foto: afi)

Ein Sonntagsfrühschoppen von 10.30 Uhr bis nach 14 Uhr? Ja, das geht, wenn Ottos Böhmische Blasmusik dazu spielt. Die Besucher im proppenvollen Narrenstall der Röhlinger Mühlbachhalle wollten gar nicht mehr heim und erst nach mehreren Zugaben ging's nach Hause, glücklich eine solche Veranstaltung erlebt zu haben.

„Wir leben die Musik“

Schon kurz vor Beginn der offenen Probe gab's keinen Platz mehr im Narrenstall und Tische und Stühle mussten in Ecken und Lücken gequetscht werden, um den vielen Fans böhmischer Blasmusik Platz zu schaffen. Gründungsmitglied Alois Brenner moderierte in gewohnt humorvoller Manier. Der Leiter der Formation, Ewald Kurz zählte ein und dann ging's los. Eine Pause gönnten sich die 15 Musiker und eine Musikerin kaum. Man spürte die Freude, mit der die Gruppe Musik macht. Alfred Landkammer, ebenfalls Gründungsmitglied der Formation, brachte es auf den Punkt als er im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ sagte: „Wir leben die Musik“. Das spürte man auch beim Gesang zusammen mit Alois Brenner oder Carmen Eckert.

Schon bei der Willkommenspolka von Ladislav Kubeš stieg das Böhmische Fieber. „Liebling, ich hab' Dich tanzen geseh'n“, die „Annerl Polka“, „Frühlingserwachen“, die Uraufführung „Herzbluten“ und viele andere Stücke ließen die Herzen der Besucher höher schlagen. Das war die Musik, wegen der sie in den Narrenstall gekommen waren. Böhmisch, mit viel Herz und wenig Verstärker. Da klangen die Blechinstrumente noch nach Blech und nicht nach Transistoren. Da legten die beiden wuchtigen Bässe einen Klangteppich unter die Musik, auf dem sich die butterweichen Flügelhörner im böhmischen Takt bewegten, unterstützt vom starken dreiköpfigen Klarinettenregister, bei dem sich Carmen Eckert als einzige Dame sichtlich wohl fühlte. Und nicht zuletzt Bariton, Tenorhorn und das fein eingesetzte Schlagzeug. Eine Besetzung vom Feinsten. Eben Ottos Böhmische Blasmusik.

Erinnerung an Otto Gurko

Klar, dass die Musikanten auch mal fremd gingen und den „Böhmischen Traum“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ auflegten. Egal, der Stimmung tat dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Besucher standen auf und forderten mehr. Mit dem Stück „Barbara Polka“ gedachten die Musiker Otto Gurko. Dieser hatte das Stück geschrieben. Gurko war es auch, der aus seiner Heimatverbundenheit die Formation Ottos Böhmische Blasmusik gegründet hat. Die Mitglieder haben sich nach seinem Tod auf die Fahnen geschrieben, diese Musik weiter zu pflegen.

„Wir sind Kinder von der Eger“ gehörte ebenfalls zum Repertoire der Formation und fast schien es, als seien alle im Narrenstall Kinder der Eger, die ihre Heimat am Egerstrand haben. Neben der herrlichen Musik wurden sie bestens vom Röhlinger Frauenbund bedient und Mitglieder der Röhlinger Sechtanarren schauten, dass die Gläser nie leer wurden.

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