Ostermarsch steht unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten“

Lesedauer: 5 Min

Am Karsamstag wird in Ellwangen wieder für den Frieden marschiert.
Am Karsamstag wird in Ellwangen wieder für den Frieden marschiert. (Foto: Josef Schneider)
Josef Schneider

„Abrüsten statt Aufrüsten“, fordern die Ostermarschierer in diesem Jahr und sagen „Nein zu noch mehr Rüstungsgeld – weil es für den Frieden fehlt!“ Der traditionelle Ellwanger Ostermarsch, zu dem das Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen aufruft, ist am Karsamstag, 31. März. Er beginnt um 10 Uhr am Bahnhofsvorplatz.

Die Entwicklung in der Welt laufe fast mit logischer Konsequenz auf einen dritten Weltkrieg hinaus, sagte Gerhard Schneider vom Aktionsbündnis Mahnwache bei der Pressekonferenz am Montag im Missionshaus der Comboni-Missionare: „Wir sind wirklich in großer Sorge um den Frieden.“

Schneider kritisierte die riesige Rüstungsmaschinerie und die unglaubliche Steigerung der Rüstungsausgaben: „Wenn die Rüstung nicht gestoppt wird, wird mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit das Potenzial entladen.“ Und, so Schneider: „Wir müssen uns fragen: Wie lange noch wollen wir der von Menschen gemachten Katastrophe zusehen und unsere Zukunft jenen überlassen, die für das Elend in der Welt verantwortlich sind? Und die sich weigern, das Ende der Zivilisation und die Zerstörung unseres Planeten aufzuhalten!“

Rüstung sei gleichbedeutend mit Kriegstreiberei. Unglaublich fand es Schneider, dass sich Deutschland auf unabsehbare Zeit am Krieg in Afghanistan beteiligt. Das Dilemma sei, die Bundeswehr dürfe in der Schule werben, aber eine Friedenspädagogik gebe es dort nicht. „Was ist das für eine Demokratie?“, fragte er.

„Die weltpolitische Situation ist wirklich dramatisch“, pflichtete Josef Baumann vom Friedensforum bei und erinnerte an die lange. lebendige und gute Friedenstradition in Ellwangen: „Wir wollen das Salz in der Suppe sein.“ Man müsse aufpassen, dass es nicht eskaliert, meinte Elisabeth Hild vom Freundeskreis Asyl zur Lage in der Welt.

„Der militärisch-industrielle Komplex spielt eine große Rolle“, sagte Pater Reinhold Baumann von den Comboni-Missionaren und kritisierte die Massenvernichtungswaffen: „Am Krieg verdient man unheimlich viel Geld.“ Harsche Kritik übte der Missionar am Krieg der Türken gegen die Kurden: „Mit deutschen Waffen auf beiden Seiten.“ Und seine allgemeine Auffassung: „Waffen haben überhaupt keinen konkreten Nutzen.“ Stattdessen fehle Geld für die Umwelt, für Schulen und in der Pflege, meinte Karin Böhme von der Mahnwache.

Das Programm

Am Karsamstag wird Peter Maile vom Ellwanger Friedensforum am Bahnhofsvorplatz die Teilnehmer des Ostermarsches begrüßen. Andrea Batz singt das Lied „Überwindet Gewalt“. Der Marsch mit rhythmischer Percussionbegleitung durch die „Street Groove Band“ um Joseph, Linus und Paulus Ott führt über die Bahnhofstraße, Siemensbrücke, Haller Straße, Westtangente und Marienstraße. Bei der anschließenden Kundgebung um 11 Uhr am Fuchseck spricht der ehemalige Leiter der katholischen Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Paul Schobel, über „Aufstehen gegen Rüstung, Kriegstreiberei, Rassismus, Terror und Gewalt“. Weiterer Redner ist der Aalener Betriebsseelsorger und Leiter des lokalen Bündnisses für Arbeit, Dr. Rolf Siedler, der Gründer der „Unterbrechungen“. Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgen Andrea Batz (Gitarre und Gesang) und das Duo Anina Batz (Gesang) und Jonas Biber (Gitarre). Die Moderation hat Josef Baumann vom Friedensforum.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen