„Notfallsanitäter sind eine ganz begehrte Ware auf dem Markt“

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Im Rotkreuzheim in Ellwangenhat die Ausbildung zum Notfallsanitäter in Ellwangen begonnen.
(Foto: Josef Schneider)

Mit einer Feierstunde im Rotkreuzheim in der Dalkinger Straße 24 ist der Ableger der DRK-Landesschule eröffnet worden. 22 Schülerinnen und Schüler haben hier am 12. Oktober ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen. Sie kommen aus dem Raum Aalen und Schwäbisch Gmünd, aber auch aus Heidenheim, Ulm, Schwäbisch Hall und Crailsheim (wir berichteten).

Als einen ganz bedeutenden Tag für die Rotkreuzfamilie, für den Standort Ellwangen und für den Ostalbkreis bezeichnete Dr. Lorenz Menz die Eröffnung. „Eine Ausbildung, um die wir viele Jahre auf Bundesebene gerungen haben“, sagte der Präsident des DRK-Landesverbands. Menz dankte für die großartige Zusammenarbeit aller Beteiligten im Ostalbkreis. „Dieser Standort Ellwangen strahlt ja aus“, sagte er.

Landrat Klaus Pavel freute sich über dieses tolle Angebot und sprach von einer idealen Konstellation. Denn die Bildungseinrichtung befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sankt-Anna-Virngrund-Klinik und zur Krankenpflegeschule, mit denen auch kooperiert wird. „Der Fachkräftebedarf wird riesengroß werden“, war er überzeugt.

„Es hat mit einer Vision begonnen“, dankte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek für die große Vorarbeit: „Die Stadt hat wirklich alles gegeben.“ Er sprach von einer Zwischenlösung, denn es sei geplant, in direkter Nachbarschaft zum Rotkreuzheim einen Neubau zu errichten. Auf diesem Baugrundstück steht momentan noch das Haus Bertsch, das der Landkreis gekauft hat und das abgebrochen werden soll.

Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Aalen, Dr. Eberhard Schwerdtner, rechnet mit einem Baubeginn Anfang 2016: „Wir werden so schnell wie möglich den Spatenstich machen.“ Laut Schwerdtner wurde das Gesetz über die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung erst am 1. Januar 2014 beschlossen. „Wir brauchen Sie in der Zukunft mehr denn je“, sagte er zu den 22 Auszubildenden. Gerade im ländlichen Bereich würden die Notfallsanitäter an Bedeutung gewinnen, wenn es dort nicht mehr genügend Ärzte gebe. Schwerdtner war sich sicher, dass es in Ellwangen relativ bald zwei Klassen geben wird.

„Es wird eine tolle Ausbildung“, versprach der Geschäftsführer der DRK-Landesschule, Alfred Schulz, den Auszubildenden: „Sie werden eine ganz begehrte Ware sein auf dem Markt.“

Bis zu 400 Schüler brauche man jährlich, um den Bedarf zu decken. In der Vollzeitausbildung werden drei Lernfelder abgedeckt: Schule, Rettungswache und Klinik.

Insgesamt starteten im Land 129 Schüler ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Die meisten an der Landesschule in Pfalzgrafenweiler, die Rico Kuhnke leitet. Der Leiter der Bildungseinrichtung Ellwangen und gleichzeitig Dozent ist Helmut Gentner.

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