Neuer Leitender Arzt der Orthopädie und Unfallchirurgie in Ellwangen stellt sich vor

Lesedauer: 5 Min

 Den neuen Leitenden Arzt Darko Kirinčić (links) hat Ellwangens Erster Bürgermeister Volker Grab willkommen geheißen.
Den neuen Leitenden Arzt Darko Kirinčić (links) hat Ellwangens Erster Bürgermeister Volker Grab willkommen geheißen. (Foto: Sankt-Anna-Virngrund-Klinik)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Mit Darko Kirinčić (Universität Zagreb) hat sich der neue Leitende Arzt der Orthopädie/Unfallchirurgie der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik vorgestellt. Nach seinem Vortrag informierte Chefarzt Rainer Isenmann über die Aufstellung der Ellwanger Chirurgie.

Das Eis in der gut besetzten Ellwanger Krankenpflegeschule zu brechen fiel Dr. med. Kirinčić nicht sonderlich schwer. Mit Blick auf seine Herkunft stellte der Kroate klar: „Um Englisch zu lernen braucht man sechs Monate. Um Französisch zu lernen zwei Jahre. Und um Deutsch zu lernen ein ganzes Leben lang.“ Den rund 120 Zuhörern stellte er in seinem Vortrag die Möglichkeiten der modernen Endoprothetik, also des Gelenkersatzes, vor. Endoprothesen werden vornehmlich in den drei großen Körpergelenken Knie, Hüfte und Schulter eingebaut.

„OP ist letztes Mittel der Wahl“

So waren es vor allem Knie- und Hüftimplantate, die der neue Leitende Arzt dem Ellwanger Publikum anhand von Röntgenbildern vorstellte. Dabei war ihm wichtig: „Eine Operation ist immer das letzte Mittel der Wahl. Erst, wenn sämtliche Mittel der konservativen Therapie ausgeschöpft sind, ziehen wir einen operativen Eingriff in Betracht.“

Die Gründe für eine OP seien in der Regel Arthrose (der Verschleiß eines Gelenks), Frakturen (Brüche) oder Tumoren, die sich am Gelenk festsetzen und deshalb entfernt werden müssen.

Arthrose ist am häufigsten

Vor allem Arthrose gilt als häufigster Auslöser für einen späteren Gelenkersatz. Rund 60 Prozent der älteren Bevölkerung seien von Arthrosen betroffen. Symptome dafür können Schmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks sein. Die Arthrose-Behandlung erfolgt vor allem konservativ durch physikalische Therapie oder mit Medikamenten. Erst als letztes Mittel der Wahl stehe der Gelenkersatz.

Was tun?

Was man denn tun könne, um eine Arthrose zu vermeiden, wurde Kirinčić gefragt. „Gegen den Verschleiß eines Gelenks oder die genetische Veranlagung gibt es leider wenige oder gar keine Behandlungsmöglichkeiten“, so der Arzt. Probates Mittel sei immer eine Gewichtsreduktion, die in vielen Fällen den Gelenkverschleiß verlangsamen und zur Schmerzlinderung beitragen könne.

Zahlreiche Fragen schlossen sich an, vor allem, wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation gekommen sei. Kirinčić dazu: „Ich sage meinen Patienten immer, wenn Sie jeden Tag Schmerzmittel benötigen, ist es Zeit, sich über einen endoprothetischen Eingriff Gedanken zu machen. Der Zeitpunkt ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Wir behandeln Menschen, keine Röntgenbilder.“

380 Endoprothesen pro Jahr

Zur Aufstellung der gesamten Chirurgie an der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik berichtete anschließend Chefarzt Professor Dr. Rainer Isenmann. Diese teilt sich auf in die medizinisch von ihm geleitete „Bauchchirurgie“ und die „Orthopädie/Unfallchirurgie“, geführt von Leitendem Arzt Kirinčić. Die Gesamtverantwortung liegt bei Isenmann. Jeder der beiden Bereiche sei mit zwei Oberärzten und je vier Assistenzärzten besetzt. Rund 380 Endoprothesen werden im Bereich Orthopädie pro Jahr eingesetzt. „Eine beachtliche Zahl für eine Klinik unserer Größe“, so Isenmann. Im Bereich Allgemeinchirurgie greife man wann immer möglich auf die Schlüsselloch-Technik zurück, bei der anstatt eines großen Bauchschnitts mit minimalinvasiver Technik operiert wird.

In seiner Begrüßung hatte der Vorsitzende des Freundeskreises, Matthias Weber, seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Stelle, „die wir uns in Ellwangen so sehr gewünscht haben“, nun wieder nachbesetzt sei. Bürgermeister Volker Grab ergänzte mit Blick auf Kirinčić: „Ihre Einstellung ist ein deutliches Signal, wie wichtig uns die Sankt-Anna-Virngrund-Klinik ist.“ Im Namen des Gemeinderates und des Oberbürgermeisters hieß er den neuen Leitenden Arzt willkommen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen