Neu: Aufenthaltserlaubnis wird teurer – aber sicherer

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Neu: Aufenthaltserlaubnis wird teurer – aber sicherer
Schwäbische Zeitung
Josef Schneider

Für Ausländer aus Nicht-EU-Ländern, gibt es zum 1. September eine Änderung, dann wird nämlich bundesweit der elektronische Aufenthaltstitel eingeführt. Das heißt, ab diesem Zeitpunkt werden die Aufenthaltstitel in Form von Scheckkarten ausgestellt und mit einem Chip versehen, auf dem die biometrischen Daten erfasst sind. Analog zum neuen Personalausweis.

Bisher war der Aufenthaltstitel in Form eines Klebeetiketts im Reisepass enthalten. Aus Gründen einer höheren Sicherheit soll sich dies jetzt ändern. „Der neue elektronische Aufenthaltstitel im Scheckkartenformat sieht aus wie der neue Personalausweis, er ist aber kein Passdokument, sondern nur die Aufenthaltserlaubnis“, unterstreicht Jürgen Schäfer, der Leiter des Ausländeramtes bei der Stadt Ellwangen. Das Lichtbild der betreffenden Person wird auf dem Kartenkörper und im Chip gespeichert. Jede Person ab Vollendung des sechsten Lebensjahres muss künftig persönlich bei der Ausländerbehörde vorsprechen, da in dem elektronischen Aufenthaltstitel die Fingerabdrücke integriert sind.

Lichtbild und Fingerabdrücke

Wie Jürgen Schäfer erklärt, haben jedoch nur hoheitliche Stellen wie die Polizei oder die Ausländer- und Meldebehörden die Berechtigung, Lichtbild und Fingerabdrücke abzufragen. Auf der Rückseite des Dokuments befindet sich allerdings die Anschrift des Karteninhabers, sodass es die Polizei künftig bei Kontrollen einfacher hat.

„Für die Ausländerbehörden gibt es einen Mehraufwand“, sagt Jürgen Schäfer. Und auf die Ausländer aus sogenannten Drittstaaten wie zum Beispiel den USA oder Russland kommen Mehrkosten zu. „Die Kosten erhöhen sich, weil das Ganze über die Bundesdruckerei in Berlin läuft“, sagt Jürgen Schäfer. Jede Erteilung oder Verlängerung des Dokuments koste pro Person 50 Euro mehr, so ist es geplant. Eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis habe beispielsweise seither 60 Euro gekostet, künftig kostet sie voraussichtlich 110 Euro. Laut Schäfer wurden alle Personen angeschrieben, bei denen der Aufenthaltstitel bis Ende September abläuft: „Die haben jetzt praktisch die Möglichkeit, bis zum 31. August einen Verlängerungsantrag zu stellen, um Kosten zu sparen.“ Die bisherigen Aufenthaltstitel, die als Etikett in den Reisepass eingeklebt wurden, behalten längstens bis zum 31. August 2021 ihre Gültigkeit.

Die Ausstellung eines Aufenthaltstitels ab dem 1. September dauert mehrere Wochen. „Eine kurzfristige Erteilung bei der Ausländerbehörde, auch bei Überträgen eines gültigen Aufenthaltstitels in einen neu ausgestellten oder verlängerten Pass, ist nicht mehr möglich“, so Jürgen Schäfer. Die Gültigkeit richtet sich nach der Art des Aufenthaltstitels.

Zur Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels, mit dem den ausländischen Mitbürgern die Möglichkeiten der Online-Kommunikation mit Behörden und Verwaltungen eröffnet wird, wurden alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, um die Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige der Europäischen Union einheitlich zu gestalten. Der elektronische Aufenthaltstitel ist grundsätzlich nur gültig im Zusammenhang mit einem gültigen, anerkannten Pass oder Passersatz. Die Nutzung der Online-Ausweisfunktionen (elektronischer Identitätsnachweis und elektronische Unterschriftsfunktion) ist freiwillig und kann auf Wunsch ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden.

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