Naturstein statt Beton: Neue Detailpläne für den Karl-Wöhr-Platz

 Jetzt aber: Der Karl-Wöhr-Platz und der Methodiusplatz sollen umgebaut werden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung d
Jetzt aber: Der Karl-Wöhr-Platz und der Methodiusplatz sollen umgebaut werden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag vergeben. (Foto: Archiv: afi)
Stellv. Redaktionsleiter / Redakteur Ellwangen

Seit mindestens sechs Jahren wird nun schon über den neuen Karl-Wöhr-Platz gesprochen. Jetzt soll es endlich wahr werden. Der Gemeinderat hat den Auftrag zum Umbau vergeben.

Zuvor war die im September vorgestellte Entwurfsplanung überarbeitet worden – und zwar von einem neuen Büro. Hintergrund: Die Bauer Landschaftsarchitekten haben die Zusammenarbeit mit der Stadt beendet. Warum, geht aus der Beschlussvorlage für den Gemeinderat nicht hervor. Auf Nachfrage der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ lässt Olaf Thielke wissen, dass das gar nicht unüblich sei.

Der stellvertretender Rathaussprecher erläutert: Die Arbeit des Karlsruher Büros sei mit der Entwurfsplanung abgeschlossen gewesen. Das sei vorher bekannt gewesen. Die Stadt habe also rechtzeitig einen neuen Architekten mit der Detailplanung beauftragen können. Es seien keine zusätzlichen Kosten und keine zeitlichen Verzögerungen entstanden.

Das neue Büro, die Grünplanung Schäfer aus Schöntal, hat also die Detailpläne für den Karl-Wöhr-Platz und den benachbarten Methodiusplatz erstellt. Zentraler Unterschied zur Entwurfsplanung: Statt Beton kommt Muschelkalk zum Einsatz. Über das Material, mit dem der Spielbereich eingefasst werden soll, war bereits bei der Vorstellung des Entwurfs diskutiert worden.

Laut Stadtverwaltung ist Naturstein hinsichtlich der Langlebigkeit günstiger zu bewerten als Beton. Optisch füge er sich besser in die Umgebung der historischen Innenstadt ein. Denn: Naturstein sei im Umfeld des Platzes vielfach verwendet worden. Geeinigt habe man sich schließlich auf Muschelkalk für den Spiel- und Sitzbereich sowie auf Granit für die Platzgestaltung.

Ausgeschrieben war „Würzburger Muschelkalk“, der aus einem Steinbruch bei Kleinrinderfeld stammt. Die Landesgewerbeanstalt Bayern bestätigt die Frostbeständigkeit. Grünplanung Schäfer stuft das Material für den vorgesehenen Verwendungszweck im Hinblick auf die Frost- und Salzbeständigkeit als „ohne Einschränkung geeignet“ ein.

Die Bauer Landschaftsarchitekten hatten für die Einfassung des Spielbereichs noch Betonwerkstein vorgesehen. Wie eine Preisvoranfrage der Grünplanung Schäfer ergeben hat, kosten einfach geformte und gerade Werksteine aus Muschelkalk rund 20 Prozent mehr als Betonfertigteile. Bei Formsteinen mit Rundungen ist Beton aber wegen des hohen Schalungsaufwands „deutlich“ teurer.

Der Granitstein für den Karl-Wöhr-Platz und den Methodiusplatz erfüllt laut Prüfzertifikat sämtliche Anforderungen an mechanische Belastung, Frost- und Tauwechselwiderstand, Streusalz und Abrieb. Auch gilt das Material als besonders gleitfest. Bei der Ausschreibung wurde laut Vorlage darauf geachtet, dass der Granit aus Europa kommt und nicht aus China. Der Stein hat eine gelblich-graue Farbe und wurde in Portugal abgebaut.

Die Steinunterseite wird ohne Aufpreis grob gestrahlt geliefert, um ein Gleiten des Belags auf der Unterlage zu verhindern, wie es heißt. Der Granit wird in ein spezielles Urgesteinsslitt-Gemisch gelegt, das eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen das „Zermahlen“ bei Belastung aufweist.

Im Gemeinderat gab es weder zur technischen Seite Fragen noch zur Finanzierung. In der Entwurfsplanung waren die Baukosten mit 512 000 Euro kalkuliert worden. Die Grünplanung Schäfer kam jetzt auf 412 000 Euro. Das günstigste Angebot liegt mit 423 000 Euro knapp darüber. Abgegeben hatte es die Aalener Firma Grünanlagen Schwarz. Sie erhielt dann auch den Auftrag und soll Ende Mai loslegen.

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