Nabu-Aktion Blumen statt Böller

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 Wer jetzt Winterlinge und Frühblüher pflanzt, hilft den Insekten, die schon im Februar zu ersten Erkundungsflügen starten.
Wer jetzt Winterlinge und Frühblüher pflanzt, hilft den Insekten, die schon im Februar zu ersten Erkundungsflügen starten. (Foto: Helge May)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Blumen statt Böller: So wirbt der Nabu Ellwangen für seine Aktion „Ich blüh auf“ zum Jahresende. Böller sind ein kurzes Vergnügen, Blumenzwiebeln bescheren dagegen im kommenden Frühling ein nachhaltiges Feuerwerk bunter Blüten. Und die sind gut für Bienen, Wildbienen und Hummeln.

Die Aussaat zahlreicher Pflanzen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ohne weiteres möglich. Einige Frühlings-Boten sind Kalt- oder sogar Frostkeimer. Erst wenn das Samenkorn einigen Wochen Kälte ausgesetzt war, kann es im Frühjahr aufgehen. Der Nabu empfiehlt verwildernde Arten, sie sind kleiner als hochgezüchtete Sorten, blühen aber besonders reichlich und bilden im Laufe der Jahre bunte Teppiche im Frühjahr. Dazu gehören unter anderem Krokusse, Wildtulpen, Anemonen und Lerchensporn.

Im Steingarten und sonnenbeschienen Gartenecken fühlen sich Winterlinge wohl. Dazu gehören Schneeglöckchen, Blausterne, Schachbrettblumen sowie Zierlaucharten. Diese Pflanzen wissen auch Honigbienen zu schätzen, weil sie bei ihnen im Februar während ihrer Reinigungsflüge den ersten Nektar und Pollen findet. Bereits bei zwei Grad fliegen die überwinternden Hummelköniginnen im Frühjahr aus. Auch sie auf der Suche nach Nahrung.

Gärten sind oft kahl und ausgeräumt

Wer bei Böllern spart, könne das Geld viel sinnvoller in Vogelfutter investieren, glaubt der Nabu. Denn selbst in milden Wintern sind die Gärten oft so kahl und ausgeräumt, dass die Vögel keine Nahrung mehr finden. Selbst am kleinsten Balkon lässt sich eine Futtersilos installieren. Diese sind am besten geeignet, da am hygienischsten und leicht zu befüllen. Meisenknödel sollten lose sein und nicht in Plastiknetzen, in denen sich die Vögel leicht verheddern. Futterspender sollten an einer übersichtlichen Stelle positioniert werden, so dass sich keine Katze anschleichen kann. Glasscheiben stellen für Vögel ebenfalls eine tödliche Gefahr da und man sollte aus diesem Grund die Futtermöglichkeit keinesfalls direkt vor das Fenster hängen.

Futterstellen werden gerne von Meisen, Finken und Sperlinge besucht. Aber auch Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig kommen gerne zu Gast. Diese Weichfutterfresser mögen ganz besonders Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen. Auch hier gilt es, diesen so zu positionieren, dass die Vögel tierische Feinde rechtzeitig bemerken können.

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