Ursula Roschitsch

Der Musikverein Röhlingen hat am Samstagabend in der Sechtahalle ein beeindruckendes Konzert geboten. Der Vorsitzende Ludwig Kurz hatte dem Publikum im Saal nicht zu viel versprochen, als er eine musikalische Reise durch die „Leckerbissen der Volksmusik“ ankündigte.

Eröffnet wurde der Konzertabend fulminant und ungewöhnlich. Und das vom Jugendorchester des Vereins, das unter der Leitung von Steffen Kurz, sehr wirkungsvoll den Rockklassiker „Smoke on the Water“ von Deep Purple zum Besten gab. Es zeugte von hohem musikalischem Einfühlungsvermögen, die Hörner so gekonnt dezent einzusetzen, dass die davor platzierten Querflöten optimal zur Wirkung kamen. So war es nur selbstverständlich, dass eine Zugabe eingefordert wurde, auch hier thematisch ganz nah an den jungen Leuten, mit dem Titel „Rolling In the Deep“ von Adele. Der lang anhaltende Applaus zeigte, dass der Nachwuchs damit den Nerv des Publikums getroffen hatte.

Langjährige Mitgliederwerden geehrt

Im Anschluss folgten die Ehrungen. Hier blickte Ludwig Kurz auf eine große Anzahl von Jubilaren, die dem Verein über die Jahrzehnte die Treue halten. Dass dies auch so bleibe, wünschte im Anschluss Eugen Maile, selbst für 50 Jahre Mitgliedschaft gewürdigt, dem Verein.

Danach ging es musikalisch weiter – mit einem Konzert der Volksmusik vom Feinsten, dokumentiert durch die Virtuosität des einzelnen Musikers und dem Gemeinschaftsklang des Orchesters auf durchgehend hohem Niveau. Dirigent Michael Seckler bewies, dass er sein Blasorchester einfühlsam und doch energisch leitet. Ganz klassisch zeigte sich sein Orchesteraufbau mit den Holzblasinstrumenten im Vordergrund, es folgten Hörner und Saxophone, die erste und zweite Trompetenreihe, und dann der Bass, vier Tubas, der Mittelpunkt des Klanges, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schlagwerk.

Klassisch im Sinne der Volksmusik war auch das Genre gewählt, ein Wechsel zwischen mehr oder weniger beschwingten Polkas, Walzern und nicht zu vergessen Märschen prägte das Programm. Der Eröffnungsmarsch „Euphoria“ von Martin Scharnagl in seiner verhalten erwartungsfreudigen Stimmung machte seinem Namen alle Ehre. Klarinetten und Trompeten gaben hier den Ton und die Richtung an. Dem stand „Auf Adlers Schwingen“ von Alexander Pfluger gegenüber, ein anspruchsvoller Konzertmarsch auf höchstem musikalischem Niveau, dem die Röhlinger Musikanten zu wirklich jeder Zeit gerecht wurden. Begeistert klatschte das Publikum rhythmisch mit.

Als ganz besonderes Schmankerl erwiesen sich bei dem Konzert die Walzer. Bei dem Stück „Alte Schäfer“ von Peter Schad sangen Florian Schmid und Dietmar Wiest sich in die Herzen der Zuhörer, in dem sie, ganz im Sinne einer alten Röhlinger Tradition, die der Schäferei, die wehmütigen Gedanken eines alten Schäfers bei der Wacht zu Gehör brachten. Die verhalten getragene Orchesterbegleitung ordnete sich ganz den klaren akzentuierten Tenorstimmen unter. Dies erzeugte eine Wirkung, an der Ernst Mosch seine wahre Freude gehabt hätte.

Eine Polka macht Appetit auf mehr

Mit „Mariechen Walzer“ folgte ein Stimmungswechsel. Leicht und beschwingt kam dieser daher, sodass einige sicher gerne das Tanzbein geschwungen hätten. „Kannst Du Knödel kochen?“ , ein volkstümlicher Klassiker von Ernst Mosch, wurde in früherer Zeit, nach Aussage der Moderatoren Marina und Benjamin Kurz, zum Maßstab bei der Wahl der weiblichen Partnerin. Interessanterweise setzten sich hier und heute zwei männliche Vertreter diesem Anspruch aus: Wiederum waren es Florian Schmid und Dietmar Wiest, die hier in gekonnter Weise „Knödel kochten“ – eine Polka, die Appetit auf mehr machte. Und genau das servierten die Röhlinger Musikanten sodann. Mit der „Böhmischen Liebe“ von Matthias Rauch setzten die Musiker einen glänzenden Schlusspunkt. Eine klangvolle Polka war zu hören, voller Sehnsucht und Herzschmerz, dem Florian Schmid und Dietmar Wiest in ihrem Gesang gekonnt nachspürten.

Mit einer „Flaschen Polka“ als Zugabe inklusive Showeinlage verabschiedete sich das Orchester von einem Publikum, das ihm diese herausragende Leistung mit mit stehenden Ovationen dankte.

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