Musik und Wein – Stiftsbund-Kleinkust neu kombiniert

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 Das Trio Tsching hat beim Stiftsbund ein fulminantes Konzert gegeben.
Das Trio Tsching hat beim Stiftsbund ein fulminantes Konzert gegeben. (Foto: Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Hochklassige Musik und edle Weine, beides serviert in reizvollem Ambiente – mit diesem scheinbar einfachen Rezept verwöhnten das Berliner Trio Tsching und Franz Denzer von Wein & Genuß auf Einladung des Stiftsbunds die Besucher des Atelier Kurz.

In der Kunst, die nötigen Zutaten richtig zu mischen, beweisen die Protagonisten ein Zauberhändchen. Passend zur Melange aus Weltmusik, Neo-Klassik, altem regionalen Liedgut, Tango, jazzigen Einflüssen, osteuropäischer Musik, Pop und Rock, wie das Trio ihren Musikstil umschreibt, kredenzte Franz Denzer Weine aus bekannten und weniger bekannten deutschen, österreichischen, französischen, spanischen, italienischen oder slowenischen Anbaugebieten.

Und da sowohl die Musik als auch der Wein stark von den regionalen Faktoren beeinflusst wird, schien es so, als gebe es Parallelen zwischen den Musikstücken und ausgewählten Weinen. So wurde sowohl die Weinprobe als auch das Konzert mit leichter Kost eröffnet, um sich im Laufe des Abends schrittweise zu steigern und in einem fulminanten Finale aus außergewöhnlichen Klangfarben, Spieltechniken und geschmacklichen Explosionen zu enden.

Es war ein lockerer Abend, der allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird. Er glich dann auch stellenweise eher einer Bandprobe als einem Konzert – inklusive zweier gelungener musikalischer Weltpremieren, mit denen Tsching das Publikum und sich selbst für die besondere Stimmung belohnten. Saxofon, Cello und Gitarre, das ist nicht nur auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination dreier, durch ihre außergewöhnlichen Klangfarben geprägter Instrumente. Höchste Virtuosität und viel Spiel- und Experimentierfreude, dazu ein bunter Stilmix aus unzähligen musikalischen Genres machen den Musikstil von Tsching aus. Dabei ist Isabelle Klemt am Cello das Bindeglied zwischen dem dominierendem Saxofon (Helmut Mittermaier) und den faszinierenden Gitarrenklängen von Ben Aschenbach.

Fast meditatives Stücke und Klänge wechseln sich ab mit pulsierenden Rhythmen, Dramatik mit Harmonie, dazwischen Sequenzen bekannter Kinder- und Volkslieder oder Hits. Als Solisten sind die drei Meister ihres Faches, als Trio unerreicht und ein Spiegelbild der unzähligen Facetten der Musik und ihrer Interpretationen. Gäbe es Tsching noch nicht, man müsste Tsching erfinden.

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