Mitreißend und einfühlsam

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„Joy of Gospel“ hat am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche begeistert.
„Joy of Gospel“ hat am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche begeistert. (Foto: Josef Schneider)
Josef Schneider

Mit einem eindrucksvollen Benefizkonzert hat „Joy of Gospel“ am Samstagabend in der fast voll besetzten Heilig-Geist-Kirche begeistert. Mit seinen mitreißenden und einfühlsamen Songs erreichte der Chor unter der Leitung von Tanja Gold-Hagel schnell die Herzen der Zuhörer. Die rund 30 Sängerinnen und Sänger (am Samstag fehlten fünf) kommen aus dem ganzen Ostalbkreis und sogar aus Schorndorf und Kirchheim/Teck.

„Joy of Gospel“ begann sein gut eineinhalbstündiges Konzert ausdrucksstark, swingend und schnipsend mit „Rise up shepherd and follow“. Spritzig und temperamentvoll ging es weiter mit dem Danklied „What the Lord has done for me“, mit Katrin Weingart als Sopransolistin. Nach dem gefühlvollen „Can the circle“ über den Kreislauf des Lebens, bei dem Babsi Döderlein als Altistin brillierte, erklang das andächtige Loblied „Ich will Dich anbeten“.

Die tiefe Stimme von Roland Schuster (Bass) dominierte bei der Hymne „What a wonderful world“. Leute macht euch bereit, alles, was du brauchst, ist Glaube, lautete das Fazit von „People get ready“. Tanja Gold-Hagel hörte man als Solistin bei dem warmherzigen Marienlied „Mary did you know“. Um den Lobpreis des Herrn hingegen war das stimmungsvolle „Hallelujah“ aufgebaut, mit Holger Murschall (Tenor) als Solostimme.

Den zweiten Teil des Konzerts bestimmten Gospels wie „To make you feel my love“, „I go to the rock“, „Look what the Lord has done“ und das friedliche, besinnliche „Der Herr segne Dich“. Sie strahlten Gottvertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Liebe aus. Bei dem sentimentalen Song „Wayfaring Stranger“ überzeugte die Mezzosopranistin Anke Rypalla, bei dem schwungvollen „John the Revelator“ Martina Lietze (Sopran) und Simone Joglitschke (Mezzosopran) als Solisten. Mit „I can only imagine“ war natürlich auch eine Zugabe fällig. Der Chor wurde von Andreas Wagner (Eschach) am Piano begleitet.

Ausschließlich im Einsatz für den guten Zweck

Der 1993 gegründete Chor singt ausschließlich Benefizkonzerte für soziale Projekte. So war es auch in der Heilig-Geist-Kirche. Ministrantin Johanna Rettenmeier stellte die beiden Organisationen im ecuadorianischen Quito vor, für die der Chor am Ende seines musikalischen Vortrags Spenden sammelte. Zum einen ist dies „Sol y vida“. Diese Organisation unterstützt arme, krebskranke Kinder und ihre Familien, die keine Krankenversicherung haben. Zum anderen ist es die Organisation „Minadores de Suenos“, die sich um Mädchen und Jungen kümmert, die in einem Armenviertel am Rande Quitos aufwachsen, und ihnen einen Zufluchtsort bietet. Die vier Pfeiler dieses im Sommer 2017 gegründeten Fördervereins sind Bildung, Ernährung, Freizeit und Gesundheit.

Die 19-jährige Johanna Rettenmeier aus Ellwangen, die in Heidelberg Medizin studiert, war nach ihrem Abitur 2016 ein halbes Jahr in Ecuador tätig. In Ecuador lebten viele Menschen in Armut, berichtete sie anhand von Fotos. So gebe es rund 20 000 Straßenkinder und viele Analphabeten. In den Familien herrsche häufig Gewalt, Kinder bekämen oft kein Mittagessen. Auch von 15-jährigen Mädchen, die schwanger sind, von Alkohol- und Drogenmissbrauch und von Straßengangs erzählte Johanna Rettenmeier. Sie hat bereits viele Spenden aus Ellwangen erhalten, mit denen unter anderem Spielgeräte für Kinder angeschafft wurden.

Im Anschluss an das Konzert konnte die neue CD „Peace of mind“ erworben werden, die mittlerweile dritte von „Joy of Gospel“.

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