Meteorologe warnt vor verfrühtem Frühling im Februar

Lesedauer: 5 Min
 Wird der Februar zu warm, könnten März und April nochmal so richtig kalt werden. Am Sonntag droht aufgrund einer Kaltfront auße
Wird der Februar zu warm, könnten März und April nochmal so richtig kalt werden. Am Sonntag droht aufgrund einer Kaltfront außerdem ein Gewitter. (Foto: dpa)
Redakteur Digitales

Nach vielen grauen und nassen Wochen hat sich die Sonne in den vergangenen Tagen häufiger gezeigt. Auch die Temperaturen sind gestiegen. Doch ein Grund zur Freude ist das laut Meteorologe Andy Neumaier nicht. Denn kommt der Frühling zu früh, werden März und April höchstwahrscheinlich nochmals so richtig kalt.

„Je wärmer der Februar ist, desto länger kann der Winter dauern“, sagt Neumaier auf Nachfrage der „Ipf- und Jagst-Zeitung / Aalener Nachrichten“. Wirklich belegbar sei das zwar nicht. Allerdings habe er es noch nie anders erlebt. „Kam der Frühling im Februar, ist er nie geblieben“, so der Meteorologe.

Auch die Plusgrade auf dem Thermometer würden die Straßen nicht sicherer machen. „Es ist erst Anfang Februar. Da muss auch weiterhin mit Glätte gerechnet werden“, sagt er. Eis und Schnee könne es generell ohnehin bis April geben. Die warme Phase sei außerdem zum Wochenanfang wieder vorbei. „Am Sonntagabend zieht eine Kaltfront zu uns rein. Da könnte es sogar ein Gewitter geben.“

Denn die Kaltfront trifft am Wochenende auf warme Temperaturen. „Es wird stürmisch und nass bei rund zwölf Grad“, sagt der Meteorologe voraus. Und für diejenigen, die am Montagmorgen vor dem Kleiderschrank stehen, hat Neumaier auch einen Tipp: „Nächste Woche ist Zwiebellook-Wetter.“ Am Montag und Dienstag soll es bis in die Niederungen schneien – ein Mix aus Sonne und Schnee.

„Tagsüber haben wir da leichte Plusgrade, nachts liegen die Temperaturen ungefähr bei minus drei Grad.“ Da sei es ratsam, abends zu streuen, damit es nicht überfriert. Ab Mittwoch aber sei es wieder ruhiger, sagt Neumaier. Längere sonnige Abschnitte und überwiegend trocken mit milden Temperaturen am Tag und frostigen Nächten.

Crailsheim kämpft mit zur Neige gehendem Salzvorrat

Dieser Umstand sei einem Hoch zu verdanken, dessen Stabilität noch nicht absehbar sei. „Es hat aber Potenzial“, so Neumaier. Und genau das sei schlecht. Denn dann könnten dem Ostalbkreis noch weitere kalte Monate bevorstehen. Dieser Mix sei es auch, der die Glätte auf den Straßen begünstige.

Schlecht für die Gemeinden, deren Streusalzvorräte zur Neige gehen oder sogar schon ausgegangen sind. Wie die Stadtverwaltung Crailsheim in einer Pressemitteilung schreibt, wird der Baubetriebshof seit rund drei Wochen bereits nicht mehr beliefert. Grund hierfür seien die „extremen Witterungsverhältnisse im süddeutschen Raum“.

Um aber weiterhin für Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen, räume der Winterdienst zwar noch die untergeordneten Straßen. Gestreut werde dort aber nur noch im Bereich von Kreuzungen. Damit sei sichergestellt, dass „die Hauptverkehrswege weiterhin schnee- und eisfrei gehalten werden können“. Trotz des „beachtlichen“ vor dem Winter angelegten Salzvorrats von rund 350 Tonnen sei man nun dazu gezwungen, wird der Baubetriebshofleiter Johannes Köder zitiert.

Zurücklehnen und streuen hingegen können die Winterdienste im Ostalbkreis. „Unsere Streusalzlager wurden zu Beginn der Saison aufgefüllt. Ausgehen wird es sicherlich nicht“, teilt die Pressesprecherin des Landratsamts, Susanne Dietterle, auf Nachfrage mit. Den Fall hätte es ihres Wissens nach auch bislang nie gegeben. Wie viel vom Vorrat noch übrig sei, wisse sie aus dem Stegreif allerdings nicht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen