"Made by Hand" und "Food Days": Ellwanger strömen in die Innenstadt

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Ein Flair wie im Süden – Tausende schlenderten durch den Handwerkermarkt oder ließen es ich unter Palmen gut gehen.
Ein Flair wie im Süden – Tausende schlenderten durch den Handwerkermarkt oder ließen es ich unter Palmen gut gehen. (Foto: afi)
Petra Rapp-Neumann

Was für ein grandioses Wochenende. Bei Traumwetter ist ganz Ellwangen und mindestens der halbe Ostalbkreis auf den Beinen gewesen, um die Stadt von ihrer besten Seite kennenzulernen oder neu zu entdecken. Die Besucher strömten in so großer Zahl herbei, wie es sich Citymanagerin Verena Kiedaisch gewünscht hatte.

Der zum zweiten Mal stattfindende Aktionstag Made by Hand bot Handwerksbetrieben eine Plattform für Live-Vorführungen und dem Kunsthandwerk die willkommene Gelegenheit, sich rund ums Fuchseck mit Dekorativem und Nützlichem für Haus und Hof zu präsentieren. Mit viel Liebe, Kreativität und geschickten Fingern handgefertigte Produkte und hochwertige Accessoires, die man vielleicht nicht unbedingt braucht, die aber das Leben schöner machen. Die Stimmung in der City hätte nicht besser sein können.

Ob Schönes aus Holz, Metall, Stoff, Glas, Keramik, Porzellan, Seegras oder Silber: alles war in Hülle und Fülle vertreten. Antikes und Innovatives, Schmuck für jeden Anlass und jeden Geldbeutel, handgezogene Kerzen und zauberhafte Deko für Herbst und Advent, Puppenkleider, wärmende Mützen und Schals und und und. Sogar ein Steiff-Reitbär auf vier Rädern wurde gesichtet. Und noch nie gesehen: extravagante Lampen aus Straußeneiern.

Offene Werkstätten in den Geschäften

Auch die Ellwanger Fachgeschäfte hatten sich viel einfallen lassen, damit Shoppen am verkaufsoffenen Sonntag zum Erlebnis wurde. Damit kann der Onlinehandel nicht punkten: mit kompetenter und individueller Beratung und der Möglichkeit, anzufassen und auszuprobieren. Es öffneten sich Türen, die sonst geschlossen bleiben, wie die Werkstatt von Stade Optik. Das Sanitätshaus Schad zeigte, wie man Kopfschutzhelme herstellt. Foto Phositiv zauberte Fotos auf Tassen, Flaschenöffner und vieles mehr, Gerry Weber rollte den roten Teppich für Modeschauen aus. Viel geboten für kleines Geld war beim Kinderflohmarkt der „Ipf- und Jagst-Zeitung“. Auch das Kinderprogramm war vom Feinsten, Alpakas im Streichelzoo inbegriffen.

In Ellwangen wird noch geklöppelt

Mit Sonnenblumen, grünen Bändern und rotem Teppich in Miniformat hübsch herausgeputzt hatte sich das Arkadengässle, die Pfarrgasse. „Was wir Einzelhändler gemeinsam auf die Beine stellen, wenn wir ohne Konkurrenzdruck zusammenhalten, das sieht man heute“, sagt Renate Reeb, Inhaberin von P&R-Fashion. Am kleinen Foodtruck wurden Prosecco, Maultaschen und Currywurst serviert. Ein Wellness-Gutschein für zwei Personen war der Hauptgewinn einer Tombola, deren Erlös einem guten Zweck zugeführt wird.

Unweit des Fuchsecks konnte man Lisbeth Liss, Josefine Grisam und Karin Strempfer staunend über die Schulter schauen: beim Klöppeln. Jeden Donnerstag treffen sich acht Ellwangerinnen, um diesem ungewöhnlichen Hobby nachzugehen. „Verkaufen können wir keine unserer Handarbeiten“, erklärt Lisbeth Liss. „Wir arbeiten zu lange daran, das würde viel zu teuer.“ Auch ein Korbmacher oder, wie es heute heißt, Flechtwerkgestalter, zeigte seine Kunst.

„Wo sind denn die Klöpplerinnen?“, fragte ein sichtlich zufriedener Oberbürgermeister Karl Hilsenbek mitten im Gedränge in der Marienstraße. Im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ erinnerte der OB mit dankbarem Blick in den ungetrübt blauen Himmel an die verregnete Erstausgabe von Made by Hand vor zwei Jahren. Diesmal ließ auch das Wetter nichts zu wünschen übrig.

Überall waren die Stimmen gut gelaunter Menschen, Livemusik und Hufgetrappel der Droschkenlinie zu hören. In Ellwangen lässt sich’s gut leben. Nicht nur an diesem traumhaften Wochenende.

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