Märchenerzählerin Ute Hommel erzählt von starken Frauen

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Ute Hommel von der Erzählgemeinschaft Ostalb Märchenbrunnen erzählt zum Weltfrauentag in Tonis Ladencafé Märchen von starken Fr
Ute Hommel von der Erzählgemeinschaft Ostalb Märchenbrunnen erzählt zum Weltfrauentag in Tonis Ladencafé Märchen von starken Frauen. (Foto: Josef Schneider)

„Auf einen Prinzen warten? Nein! Gestalten Sie Ihr Leben selbst!“ Unter diesem Motto nahm Ute Hommel von der Erzählgemeinschaft Ostalb Märchenbrunnen ihr Publikum mit in die Märchenwelt. Die knapp 30 Frauen und eine Hand voll Männer erlebten in Tonis Ladencafé, was starke Frauen im Märchen tun.

Ute Hommel aus Aalen begann mit dem spannenden französischen Märchen „Der silberne Falke“. Darin geht es um die schöne Aélis. Der silberne Falke ist bei Tag ein Vogel, bei Nacht ein schöner Jüngling. Die beiden werden dank der bösen Stiefmutter getrennt, und Aélis macht sich auf die Suche nach dem „Reich meines Liebsten, des silbernen Falken“. Dabei kann sie auf die Hilfe von drei steinalten Frauen und drei Pferden zählen. Die Verliebte findet den Palast des silbernen Falken, und es gibt ein Happy End.

Die Zahl Drei sei eine heilige Zahl, erklärte Ute Hommel, deshalb gebe es in Märchen oft eine dreifache Wiederholung. Märchen sprächen in Bildern. Die Menschen früher hätten nicht lesen und schreiben können, aber sie hätten Bilder verstanden. In vielen Märchen gebe es die Urmutter, eine Muttergottheit, die für das Werden und das Vergehen zuständig sei. So wie die drei steinalten Frauen in dem Märchen „Der silberne Falke“.

Dann erzählte Ute Hommel von „Schneeweißchen und Rosenrot“. In diesem Grimms Märchen machen die beiden hilfsbereiten und fleißigen Schwestern, Schneeweißchen und Rosenrot, Bekanntschaft mit einem lieben Bären und einem bösen, undankbaren Zwerg, dessen langer Bart Teil seiner Macht und Männlichkeit ist. Auch hier gibt es am Ende eine Hochzeit, denn der Bär ist in Wirklichkeit ein Königssohn.

„Das Motiv des Tierbräutigams gibt es ganz oft“, sagte Ute Hommel. Jeder Mensch habe männliche und weibliche Anteile in sich. Wichtig sei es, diese beiden Anteile in sich zu finden und zu akzeptieren. In den Märchen gehe es auch darum, wie Frau oder Mann einen Lebensweg oder ein Problem meistern können.

Mit dem orientalischen Märchen von der Frau und dem Kadi beschloss Ute Hommel den amüsanten Abend. Quasi als „Betthupferl“. Die kluge Frau siegt, widersetzt sich ihrem Ehemann und bringt es durch Schläue fertig, dass sie den in Rede stehenden Sack Getreide nicht mahlen muss. Ein wütender Ehemann und eine zufriedene Ehefrau verlassen den Gerichtssaal.

Die städtische Frauenbeauftragte, Nicole Bühler, und Carolin Morlock von der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostalbkreis hatten zu dieser Veranstaltung zum Internationalen Frauentag begrüßt. Sabine Freimuth stellte den Second-Hand-Laden Tonis Ladencafé vor, den es seit fast eineinhalb Jahren gibt.

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