Zehn Jahre Weltkulturerbe Limes – das beim Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ am Römerkastell bei Halheim gefeiert worden.
(Foto: Siedler)

Seit zehn Jahren zählt der Limes zum Weltkulturerbe. Das ist am Sonntag am Römerkastell Halheim gefeiert worden. Der Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ rückte dabei die antike Grenzanlage in den Mittelpunkt.

Versteckt hinter Hecken findet sich das Zeugnis einer längst vergangenen römischen Geschichte: das kleine Römerkastell bei Halheim. Die Hecken, die das Gelände umgeben, bilden dabei einen natürlichen Bezugspunkt für den Betrachter. „Das Römerkastell Halheim ist etwas Besonderes für unsere Region. Der Rand aus Hecken und Sträuchern simuliert die nicht mehr vorhandene Wehrmauer der Anlage. Dadurch hat der Betrachter die Möglichkeit, die Dimension dieses Kastells zu erkennen“, sagt Andreas Gut, Leiter des Alamannenmuseums Ellwangen. Zahlreiche Besucher informierten sich bei ihm und an verschiedenen Stationen über das Kastell, aber auch über praktische Dinge im Alltag der Römer.

Der Bau des Römerkastells wird datiert um das Jahr 125 bis 150 nach Christus und war bis 260 nach Christus Standort von rund 100 bis 150 Soldaten und Reitern. Dieses sogenannte Numeruskastell – die kleinste Einheit einer befestigten römischen Kasernenanlage – hat eine Seitenlänge von 80 mal 82,5 Metern. Rund herum entstand im Laufe der Zeit auch ein Kastelldorf, in dem die Familien der Soldaten wohnten und wo sich Handwerker und Händler niederließen.

Vor drei und vier Jahren wurde am Römerkastell wieder geforscht. Dabei wurden über Luftaufnahmen und mithilfe von elektromagnetischen Untersuchungen nach neuen Erkenntnissen gesucht. „Heute muss man am ehesten eine Holzbebauung in der Anlage annehmen. Das wird durch die neuesten Aufnahmen nur bestärkt“, sagt Gut. Die ersten ausführlichen Grabungen und Forschungen gehen zurück auf die Reichslimeskommission, die 1894 erstmals umfassender die Überreste des Limes dokumentiert und erfasst hat.

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