Kommentar zur AfD-Demo: Ellwangen ist bunt

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 Redaktionsleiter Ulrich Geßler
Redaktionsleiter Ulrich Geßler (Foto: Roland Rasemann)
Redaktionsleitung

Ellwangen ist nicht Chemnitz und nicht Köthen. Ellwangen ist bunt. Ellwangen ist eine Stadt ohne Rassimus. Es war ein friedliches Zeichen gegen rechtsextreme Gesinnung, das die Menschen am Samstag am Fuchseck gesetzt haben. Der AfD, die mit ihrem Aufruf zu einer Demonstration gegen den Weiterbetrieb der Landeserstaufnahmestelle, diese Veranstaltung erst provoziert hat, blieb nur die Nebenrolle. Sollte diese Partei mit dieser Kundgebung versucht haben, für die Kommunalwahlen zu punkten, ist sie damit jedenfalls gescheitert. Denn wirklich Notiz genommen vom Auftritt der AfD haben nur wenige Ellwanger.

Ellwangen ist selbst stark genug, um eine Entscheidung über den Fortbestand der LEA herbeizuführen. Dafür braucht es keine Einmischung von außen und schon gar nicht der AfD. Was die Bürgerinnen und Bürger in Sachen LEA bewegt, was sie bedrückt und wovor sie Angst haben, konnten sie erst dieser Tage bei Versammlungen der CDU und der Freien Wähler artikulieren.

Es gibt in dieser Stadt keine generelle Ablehnung von Flüchtlingen. Die Bedenken gelten vielmehr dem Betrieb „LEA“, der in seiner Struktur echte Integration eigentlich unmöglich macht. Fremde bleiben Fremde. Ein wirkliches Miteinander kann sich nicht entwickeln und somit auch kein Verständnis für die Probleme des jeweils Anderen. Das macht es so schwer, eine für alle gangbaren Weg zu finden.

u.gessler@ipf-und-jagst-Zeitung.de

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