Inklusion geht auch im Sport

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 Integration im Sport ist möglich, das zeigt das Rollstuhl-Basketball-Team des TSV Ellwangen, in dem Behinderte und Nicht-Behind
Integration im Sport ist möglich, das zeigt das Rollstuhl-Basketball-Team des TSV Ellwangen, in dem Behinderte und Nicht-Behinderte, Männer und Frauen zusammen Sport machen. Wie sich Menschen mit Behinderungen in die Sportvereine einbinden lassen, darum geht es bei einem Fachtag am Samstag, 30. März, in der Rundsporthalle. (Foto: Archiv- Thomas Siedler)
Freier Mitarbeiter

Inklusion ist in aller Munde. Der TSV Ellwangen praktiziert sie schon seit fast 40 Jahren erfolgreich mit seiner Rollstuhlbasketballabteilung. Nun möchte der TSV auch anderen SportvereinenImpulse geben. Unter dem Motto „Sport Vereint alle“ organisiert der TSV mit dem Sportkreis Ostalb und dem Württembergischen Landessportbund (WLSB) am Samstag, 30. März, in der Rundsporthalle einen Fachtag.

Ziel ist es, die Teilnahme von Menschen mit Behinderung in den Vereinen zu verankern und mehr Möglichkeiten für den gemeinsamen Sport zu schaffen. Für Vereine, die schon eine Inklusionsgruppe haben, besteht am 30. März die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Die Rollstuhlbasketballgruppe des TSV ist Teil der Veranstaltung, auch sie braucht Nachwuchs.

„Der TSV Ellwangen hat seit 39 Jahren eine in den Verein sehr gut integrierte Rollstuhlbasketballabteilung“, sagte TSV-Vorsitzender Günther Haas bei der Pressekonferenz. Das sei ein gutes Beispiel dafür, dass Inklusion funktioniert: „Nächstes Jahr feiern wir 40-jähriges Bestehen.“ Man habe schon einmal in der zweiten Bundesliga gespielt, und am 24. März um 12 Uhr soll der Aufstieg in die Oberliga perfekt gemacht werden. Auch eine Rehasportgruppe hat es beim TSV schon gegeben.

Barrieren im Kopf abbauen

Die von Kemal Burgaz trainierten Rollstuhlbasketballer, bei denen Behinderte und Nichtbehinderte, Frauen und Männer aktiv sind, seien ein Leuchtturmprojekt des TSV, sagte Werner Rieger, der 19 Jahre lang die Rollstuhlbasketballabteilung geleitet hat und als Querschnittsgelähmter selbst im Rollstuhl sitzt: „Es ist die einzig wirklich inklusive Sportart.“ Es gehe darum, die Barriere im Kopf abzubauen, denn am Anfang seien von beiden Seiten Berührungsängste da. Riegers Nachfolger Markus Walter baut gerade zusätzlich eine Kindergruppe zusammen mit der Konrad-Biesalski-Schule Wört auf. Walter berichtete auch von einer inklusiven Jedermann-Gruppe im TSV-Radsport, die sich von Mai bis Ende September samstagsnachmittags treffe.

Der Fachtag am Samstag, 30. März, in der Rundsporthalle beginnt um 9 Uhr. Von 9.30 bis 10 Uhr präsentiert sich das Team 2019 (ehemals Ostalb-Jagsttalhurgler) zusammen mit der Jagsttalschule Westhausen. An einige Grußworte schließen sich Vorträge von Ines Rathfelder, WLSB Sport und Gesellschaft, und Alexander Fangmann, WLSB Sport-Inklusionsmanager, an. Von 11 bis 12 Uhr leitet Werner Rieger den Workshop „Handicap macht Schule“. Zur Mittagspause spielt die Band „All inklusive“ aus der Jagsttalschule. Der TSV Ellwangen sorgt für die Bewirtung.

Ab 13 Uhr präsentieren die Leiter der ehemals Ostalb-Jagsttalhurgler, Corinna und Gerold Oppold („Zehn Jahre Team 2019“), TSV-Vorsitzender Günther Haas und Petra Pachner als Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung des Ostalbkreises, gute Beispiele. Workshops geben ab 14 Uhr Einblick in den Blindenfußball und Partnerübungen mit Ball.

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