Infoabend zu chronischen Schmerzen

Lesedauer: 4 Min
 Chronische Schmerzen können einen zur Verzweiflung bringen. Deshalb sind sie Thema eines Infoabends am 29. März im Ellwanger Kr
Chronische Schmerzen können einen zur Verzweiflung bringen. Deshalb sind sie Thema eines Infoabends am 29. März im Ellwanger Krankenhaus. (Foto: Marion Graaaning SZ)
Freier Mitarbeiter

Um chronische Schmerzen und ihre Behandlung geht es bei einem Infoabend von Selbsthilfegruppen, Kliniken Ostalb und der Kontakt- und Infostelle gesundheitliche Selbsthilfegruppen (KIGS) bei der AOK am Freitag, 29. März, um 18 Uhr im Ellwanger Krankenhaus.

Chronische Schmerzen haben tiefgreifende Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens, auf Familie, Arbeitsplatz und das soziale Umfeld, weiß die leitende Ärztin der stationären Schmerztherapie, Christine Göpfert. In der stationären Schmerztherapie lernen Patienten, wie sie durch Entspannungstechniken und Achtsamkeit mit ihren Schmerzen besser zurecht kommen. „Es geht um eine nachhaltige Schmerztherapie“, sagt Göpfert.

„Bei uns geht es um eine tiefgreifende Änderung des Menschen. Es müssen Leute sein, die auch mitmachen und sich öffnen können.“ Dabei werde nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische und die soziale Ebene betrachtet, etwa Probleme am Arbeitsplatz oder Bindungsstörungen. „Das soziale Umfeld muss einbezogen werden“, so Göpfert.

Die Ärztin wünscht sich, dass Schmerzpatienten möglichst früh kommen. Schließlich gibt es die unterschiedlichsten Krankheitsbilder, vom Phantomschmerz bei Amputierten über Arthrosen bei alten Menschen bis zu funktionellen Störungen wie Muskelverspannungen bei jungen Menschen. Bei der multimodalen Schmerztherapie – multimodal heißt, es sind mehrere Abteilungen beteiligt – ist eine Krankenhausbehandlung notwendig. Die Patienten werden von Schmerzärzten überwiesen.

Mit Schmerzen kennt sich Edeltraud Kühn von der Selbsthilfegruppe Fibromyalgie aus. Fibromyalgie sei wie Zahnweh am ganzen Körper. „Mir tut jetzt der Kopf weh, am Abend der Fuß“, spricht sie aus Erfahrung. Sie sei immer auf Bandscheiben behandelt worden. In ihrer Gruppe seien 15 Betroffene, in der anderen 16. Man müsse das Krankheitsbild akzeptieren: „Heute bin ich so weit, dass ich keine Medikamente brauche. Gezielte Bewegung ist das A und O. Ich mache dreimal in der Woche Sport.“ Auch ihre Ernährung hat Edeltraud Kühn umgestellt: Schweinefleisch isst sie gar nicht mehr, stattdessen viel Gemüse und Salate. „Nur wenn ich mich selbst ändere, ändert sich auch mein Umfeld.“

Vier Vorträge stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung vom 29. März. Edeltraud Kühn spricht über chronische Schmerzen aus der Sicht einer Fibromyalgie-Betroffenen. Die multimodale Schmerztherapie stellt Christine Göpfert vor. Daniela Hitzler vom Verein „Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik“ schildert ihr „Leben mit Schmerzen“. Unter dem Titel „Ich bilde mir den Schmerz doch nicht ein!“ geht Martin von Wachter, Leitender Oberarzt der Klinik für Psychosomatik Aalen, Schmerz und Psyche auf den Grund. Moderiert wird die Veranstaltung von Paul Sproll vom Verein „Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen