In Schwäbisch Hall entsteht ein neues Stadtquartier

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Das Areal beim Haller Bahnhof soll zu einem neuen, lebendigen Stadtquartier umgemodelt werden. Die Vermarktung der Flächen ist j
Das Areal beim Haller Bahnhof soll zu einem neuen, lebendigen Stadtquartier umgemodelt werden. Die Vermarktung der Flächen ist jetzt angelaufen. (Foto: Grafik: Stadt Schwäbisch Hall)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Auf dem Gelände nördlich des Schwäbisch Haller Bahnhofs soll ein neues Stadtquartier mit bis zu 320 Wohneinheiten entstehen. Über 600 Menschen sollen hier künftig ein Zuhause finden. Das Projekt wurde in der vergangenen Woche bei einem Pressegespräch vorgestellt.

Die Federführung bei dem ambitionierten Projekt hat die HGE Haller Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Um in dem neuen Quartier möglichst vielfältige Bauformen umzusetzen, geht das Unternehmen in der Vermarktung ganz neue Wege: Die HGE wird die Grundstücke über eine sogenannte Konzeptvergabe vermarkten, eine Art Ideenwettbewerb. Bewerber mit einem überzeugenden Konzept erhalten den Zuschlag für die Umsetzung ihres Projekts. Vorbild für diese Vermarktung des Areals sind Projekte in Tübingen, Freiburg und Kirchheim unter Teck, die bereits erfolgreich durchgeführt wurden. Das Ziel auch in Schwäbisch Hall: Es soll ein lebendiges Stadtquartier entstehen.

Eine erste Informationsveranstaltung zur Vermarktung des Bahnhofs-areals Mitte Juli in Schwäbisch Hall zeigte das hohe öffentliche Interesse an der Quartiersentwicklung.

4,4 Hektar großes Areal

Auf dem rund 4,4 Hektar großen Areal sollen im ersten Vermarktungsabschnitt zwei Baufelder angeboten werden: Eines mit einer Größe von rund 6400 Quadratmetern. Es wird Raum für etwa 90 bis 100 Wohneinheiten bieten. Das zweite Baufeld umfasst eine Fläche von rund 4900 Quadratmetern, davon stehen rund 3400 Quadratmeter für etwa 50 bis 60 Wohneinheiten zur Verfügung, die restlichen 1500 Quadratmeter sind für gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Insgesamt werden zusammen mit den weiteren Baufeldern zwischen 290 und 320 Wohneinheiten entstehen und somit ein Stadtquartier für rund 640 Bewohner geschaffen.

Geplant ist eine durchmischte Bebauung, zum Großteil mehrgeschossig, allerdings nicht höher als vierstöckig. Auf dem Areal können Einfamilien-Stadthäuser ebenso entstehen wie Mehrfamilienhäuser oder größere Komplexe, etwa mit Mietwohnungen und Apartments. Außerdem sollen öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, ebenso wie private, aber öffentlich zugängliche Innenhöfe, die gemeinschaftliches Leben fördern.

Ablauf des Verfahrens

Für das Gelände gibt es einen Bebauungsplan, dennoch soll für Bauherren die Möglichkeit bestehen, möglichst individuell und nach ihren Bedürfnissen zu planen und zu bauen. Die Vermarktung läuft grob wie folgt ab: Interessierte bewerben sich mit Bauprojekt: Diese Bewerbung erfordert noch keine Detailplanung, sondern soll im Wesentlichen eine schriftliche Beschreibung sein, wer, wo, was, wie und warum bauen will.

Zu diesem Zeitpunkt sind die Baufelder noch nicht in einzelne Grundstücke unterteilt. So haben die Interessenten die Möglichkeit, einen von ihnen präferierten Bereich zu nennen, können sich jedoch keinen Bauplatz aussuchen.

Eine Kommission sichtet danach die Bewerbungen, bewertet sie vergleichend und ordnet sie ein. Viel Wert wird darauf gelegt, dass sämtliche Bewerber, also Privatleute ebenso wie Investoren, Bauträger und Einrichtungen absolut gleich behandelt werden. Lediglich die Kreativität der Vorschläge und der Mehrwert des Projektes für die Stadt und das Quartier selbst sollen Ausschlag dafür geben, wer einen Bauplatz erhält.

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