In der Welt zu Hause, in Ellwangen daheim

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Die Varta in Ellwangen hat ihr 130-jähriges Bestehen gefeiert. Von links: Zauberkünstler Tom Beck, Staatssekretärin Katrin Schüt
Die Varta in Ellwangen hat ihr 130-jähriges Bestehen gefeiert. Von links: Zauberkünstler Tom Beck, Staatssekretärin Katrin Schütz, OB Karl Hilsenbek, Geschäftsführer Herbert Schein und Besitzer Michael Tojner. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Varta ist 130 Jahre alt und das ist in Ellwangen mit einem großen Mitarbeiterfest gefeiert worden. Es war nicht das einzige Jubiläum: Seit zehn Jahren gehört Varta Microbattery zur Montana Tech Components-Gruppe in Wien, vor fünf Jahren ist Varta Storage in Nördlingen unter dem Dach der Varta AG gegründet worden.

Varta habe die Industrieentwicklung mitgestaltet und Meilensteine gesetzt, sagte Geschäftsführer Herbert Schein. Dabei habe die Firma nicht immer Rückenwind gehabt. Doch seit zehn Jahren geht es bergauf, der Umsatz sei um 75 Prozent gestiegen, der Gewinn vor Steuern habe sich verfünffacht, die Zahl der Arbeitskräfte in Ellwangen sei seit der Übernahme durch Montana Tech von 500 auf 800 gestiegen. Dabei soll’s nicht bleiben, Varta will weiter wachsen und 100 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Das ist Ihr Erfolg, darauf können Sie stolz sein“, wandte sich Schein an die Mitarbeiter. Diese Loyalität mache ihn stolz. Im Kampf um Marktanteile habe Varta exzellente Aussichten, die Firma wolle dieses Jahr eine Milliarde Hörgerätebatterien produzieren, kündigte er an. Außerdem stehe sie mit neuen Produkten in den Startlöchern. Glaubt man Schein, wird es künftig keinen Staubsauger und keine Bohrmaschinen mit Kabel mehr geben. Die Batterien dafür will natürlich Varta in Ellwangen liefern.

Ein klares Bekenntnis zu Varta und zum Standort Ellwangen legte deren Besitzer, Michael Tojner, ab. Tojner ist Chef von Montana Tech und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Varta AG, dem unter anderem Sven Quandt von der früheren Besitzerfamilie angehört. Auch er feierte in Ellwangen mit. Er sei ein sehr stolzer Eigentümer, sagte Tojner. Auf dem Bürohaus von Montana Tech in Wien steht das Wort Varta in riesigen Lettern auf dem Dach. In Ellwangen könnte es vielleicht bald am Waldstadion stehen. Schließlich heiße schon der Fußballplatz in seinem Heimatort Varta-Arena. Für die neuen Mitarbeiter soll in Ellwangen neu gebaut werden, gedacht ist an ein Gebäude, das über die Straße geht.

Varta will bei den Großen der Welt dabei sein

Die zehn Jahre mit der Varta seien nicht immer ein Spaziergang gewesen, erinnerte sich Tojner an die Anfänge, als längst nicht sicher war, ob alle Arbeitsplätze in Ellwangen erhalten werden könnten und die Banken etwas nervös gewesen seien. Mit Herbert Schein habe er dem richtigen Mann vertraut. Heute sei Varta Marktführer bei den Hörgerätebatterien und stehe trotz billiger Konkurrenz und großem Preisdruck gut da. Damit das so bleibt, werde der Gewinn vor Steuer in die Zukunft investiert, um Varta zu einer ganz großen Batterie-Unternehmung zu machen, die bei den Großen der Welt dabei ist. Tojner versprach, auch nach einem möglichen Börsengang Mehrheitseigner zu bleiben, und bedankte sich bei allen Mitarbeitern von der netten Dame am Empfang bis zum Verpacker in Rumänien.

Staatssekretärin Katrin Schütz aus dem Wirtschaftsministerium freute sich, dass Varta in den Forschungsschwerpunkt für Batterien in Ulm eingebunden ist, den das Land dort eingerichtet hat. Varta stehe für den Auf- und Ausbau von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, das Unternehmen habe sich immer wieder neu erfunden, sagte Landrat Klaus Pavel. Heute sei Varta in der Welt zu Hause und in Ellwangen daheim. Stadt und Varta hätten eine gute Partnerschaft, sagte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und wünschte sich, dass die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird.

Zu den Neuheiten, die Varta im Köcher hat, gehört Puls, ein neuer Speicher für die Solaranlage, der am Abend Premiere in Ellwangen hatte, am Mittwoch folgt die Weltpremiere auf der Messe Intersolar. Drei dieser Speicher werden 130 Wochen in der Firma beim Strom sparen helfen. Das freut die Johanniter-Jugend, denn das eingesparte Geld kommt ihr zugute. Zu verdanken hat sie dem Team blau, das beim Quiz „Kinder erklären die Varta-Welt“ gewonnen hatte. Team gelb hatte zwar verloren, aber nicht die Kinder der Marienpflege, sie bekommen 60 Fußbälle.

Puls war nicht die einzige Neuheit, die Varta beim Mitarbeiterfest präsentierte. Weltpremiere hatte auch der Varta-Song von Gonzo and friends. In der instrumentalen Version gehört er sicher bald zum Repertoire der Varta-Werkskapelle, die zu Beginn gespielt hatte. Moderiert wurde der Abend von Pressesprecherin Corinna Hilss.

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