Humor als Kraftquelle im Umgang mit Demenz

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„Dement zu sein ist schlimm genug. Wenn man verzweifelt, wird es noch schlimmer“, sagt Demenzberater Markus Proske. Er plädiert
„Dement zu sein ist schlimm genug. Wenn man verzweifelt, wird es noch schlimmer“, sagt Demenzberater Markus Proske. Er plädiert für Humor im Umgang mit Betroffenen. (Foto: imago stock&people)

Humortherapeut und Demenzberater Markus Proske kommt auf Einladung des Ellwanger Gesundheitsforums zum zweiten Mal in die Stadt. Im Speratushus spricht er über den Umgang mit Demenzkranken und stellt seinen 2018 erschienenen Ratgeber „Demenz-Knigge“ vor. „Humor ist die Grundvoraussetzung für den Umgang mit Betroffenen“, sagt Proske im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung.“

„Dement zu sein ist schlimm genug. Wenn man verzweifelt, wird es noch schlimmer.“ Humor ist für Markus Proske eine Haltung zum Leben und zum Sterben und eine Kraftquelle. Die Lebensfreude des quirligen Demenzberaters ist ansteckend. Sie hilft Betroffenen und ihm selbst, denn sie schont seine Ressourcen. Lachen in der Pflege, sagt Proske, sei neben Musik ein Königsweg im Umgang mit Hochbetagten. Deren Zahl wächst. Markus Proske ist gefragter denn je.

Seit 17 Jahren begleitet er Alten- und Pflegeheime und steht alten und kranken Menschen und ihren Angehörigen beratend zur Seite. Proske entwickelte spezifische Konzepte wie den interaktiven Demenzpfad. Auf 20 Stationen simuliert der Parcours unterschiedliche Krankheitsbilder von Demenz. Der erfahrene Berater weiß, dass Demenz nicht gleich Demenz ist und dass hinter Demenzsymptomen nicht immer eine Demenz steckt: „Viele leiden an einer Krankheit und nicht an Demenz. Und nur eine saubere Diagnose macht eine Behandlung möglich.“ Dass das Thema in unserer alternden Gesellschaft zunehmend präsent ist, habe zu einer Sensibilisierung geführt. Aber: „Wir sollten doch auch einfach alt werden dürfen.“

Im Frühjahr 2018 hat Markus Proske seinen „Demenz-Knigge“ mit Tipps für pflegende Angehörige und professionelle Pfleger herausgebracht: „Das Feedback ist sehr positiv.“ Proskes „Demenz-Knigge“ ist kein wissenschaftliches Lehrbuch, sondern eine Situationsbeschreibung mit konkreten Handlungsvorschlägen. Er weiß, wie schwer die neue Realität, die sich Demenzkranke aufbauen, nachzuvollziehen ist: „Pflegende Angehörige haben ein bis zu zwölfmal höheres Risiko, selbst an Demenz zu erkranken.“ Versteckte Signale erkennen, ungewöhnliche Verhaltensweisen verstehen (Stichwort Hausschuhe im Kühlschrank), den Verlust von Sprache und Persönlichkeit des Kranken zu akzeptieren, ohne zu verzweifeln, das kostet Kraft und bringt auch professionelle Pflege an ihre Grenzen. Proske begrüßt, dass sich das endlich auch bei den Trägern der Einrichtungen herumgesprochen hat.

Kann man einer Demenzerkrankung vorbeugen? Diese und andere Fragen, die Betroffenen unter den Nägeln brennen, beantwortet der Demenzberater am Mittwoch, 14. März, um 19 Uhr in der Schranne im alten Rathaus Bopfingen und am Mittwoch, 20. März, um 19 Uhr im Ellwanger Speratushaus.

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