Hospizhelfer ermöglichen Schwerkranken ein Sterben in Würde

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 Die ambulanten ökumenischen Hospizdienste in Ellwangen und Aalen suchen Ehrenamtliche. Im Februar startet ein neuer Ausbildung
Die ambulanten ökumenischen Hospizdienste in Ellwangen und Aalen suchen Ehrenamtliche. Im Februar startet ein neuer Ausbildungskurs. Auf unserem Bild (von links): Iris Geissendörfer-Kern, Andrea Brenner, Angelika Vetter (alle Aalen), Barbara Sittler (Ellwangen), Ulrike Lange (Aalen) und Sabine Hipp (Ellwangen). (Foto: Josef Schneider)
Freier Mitarbeiter

Es werden zwei Infoabende angeboten: Am Mittwoch, 24. Oktober, um 19 Uhr im Speratushaus Ellwangen, am Donnerstag, 25. Oktober, um 19 Uhr beim Aalener Hospizdienst in der Friedhofstraße 7. Anmeldungen beim Hospizdienst in Ellwangen, Telefon 07961/9695432 oder 0162/7641044, im Internet unter Amb.Hospizdienst-Ellwangen@web.de. Oder beim Hospizdienst in Aalen, Telefon 07361/555056, im Internet unter www.aalener-hospizdienst.de, und info@aalener-hospizdienst.de.

Schwerkranke und sterbende Menschen sollen in Würde und Geborgenheit sterben dürfen. Um Angehörige zeitweise zu entlasten und in der Trauer zu unterstützen, wurden die ambulanten ökumenischen Hospizdienste in Ellwangen und Aalen gegründet. Die beiden Hospizdienste suchen für diese Tätigkeit weitere Ehrenamtliche und starten deshalb im Februar eine gemeinsame Ausbildung.

„Sterben ist immer noch ein Tabuthema“, sagt Barbara Sittler, die Koordinatorin des Hospizdienstes in Ellwangen: „Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung.“ Sterbebegleiter verschenkten Zeit, betont ihre Aalener Kollegin Angelika Vetter. Der Hospizdienst in Ellwangen hat 28 Ehrenamtliche, darunter drei Männer, der Hospizdienst Aalen 34, darunter sechs Männer.

Pro Jahr begleitet der Hospizdienst Ellwangen im Schnitt 45 Personen, der Hospizdienst in Aalen zwischen 50 und 60. Dazu kommen noch die ehrenamtlichen Besuchsdienste im Ostalb-Klinikum. Die Tätigkeiten reichen von kleinen Handreichungen über Gespräche, Hand halten, Vorlesen aus der Tageszeitung, das Singen von Liedern und, wenn gewünscht, das Beten des Rosenkranzes bis hin zum gemeinsamen Anschauen von Fotoalben und zum gemeinsamen Weinen und Lachen. Einfach nur da sein, Zuhören und das Aushalten sei wichtig, sagen Sittler und Vetter.

Die längste Begleitung dauerte acht Jahre

„Wir arbeiten im ambulanten Bereich, zu Hause, in Pflegeeinrichtungen, im Krankenhaus und im Einzelfall auch im stationären Hospiz“, berichtet Barbara Sittler: „Unsere längste Begleitung ging acht Jahre.“ Sie findet es schön, wenn die Hospizbegleiter möglichst früh gerufen werden, um noch eine Beziehung zu dem Todkranken oder Sterbenden aufbauen zu können. Als Einsatzleitung macht sie immer den Erstbesuch und wählt dann die entsprechende Sterbebegleiterin oder den entsprechenden Sterbebegleiter aus. „Wir achten sehr darauf, dass das Zwischenmenschliche passt“, sagt sie. Viel ins Gespräch komme man auch mit den Angehörigen. Die Einsätze der Sterbebegleiter seien oft abends, nachts und an den Wochenenden.

„Ich hatte einen Patienten, der hat jedes Mal, wenn ich kam, einen Witz erzählt“, berichtet Sabine Hipp. Iris Geissendörfer-Kern verarbeitet ihre Erlebnisse in einem Tagebuch. „Ich laufe es ab“, sagt hingegen Ulrike Lange. Und Andrea Brenner „geht durch eine Tür“. Für die Sterbebegleiter gibt es auch regelmäßig Gruppenabende, Fortbildungen, Supervisionen und gesellige Angebote.

Für die Tätigkeit als Hospizhelfer sollte man vor allem Menschenliebe, Empathie, Offenheit, Flexibilität, psychische Stabilität und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, mitbringen und auch seine eigenen Grenzen kennen. Die neue Ausbildung startet am 15. Februar 2019 und geht bis zum 21. September. Sie umfasst 120 Stunden Theorie und 20 Stunden Pflegehospitation, die sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich stattfindet. Die Unterrichtseinheiten sind an sieben Wochenenden (jeweils freitagsabends und samstags) beim Hospizdienst Aalen und im Speratushaus und in der Krankenpflegeschule in Ellwangen.

In den Wochenendmodulen geht es um Sterbephasen, Gesprächsführung und Kommunikation, um Lebensbilanz und Abschied, um Sterben aus medizinischer Sicht, um ethische Fragen und Palliativversorgung, aber auch um Spiritualität, Rituale am Lebensende, Sterben in den Weltreligionen und Trauerarbeit sowie um den Umgang mit Nähe und Distanz, um Kraftquellen und eigene Grenzen. Vermittelt werden auch pflegerische Grundlagen und Informationen über Demenzerkrankung. Fester Bestandteil ist der Besuch bei einem Bestatter. Die Ausbildung ist für die Teilnehmer kostenfrei; es fällt ein kleiner Unkostenbeitrag für Pausenverpflegung und Materialkosten an.

Es werden zwei Infoabende angeboten: Am Mittwoch, 24. Oktober, um 19 Uhr im Speratushaus Ellwangen, am Donnerstag, 25. Oktober, um 19 Uhr beim Aalener Hospizdienst in der Friedhofstraße 7. Anmeldungen beim Hospizdienst in Ellwangen, Telefon 07961/9695432 oder 0162/7641044, im Internet unter Amb.Hospizdienst-Ellwangen@web.de. Oder beim Hospizdienst in Aalen, Telefon 07361/555056, im Internet unter www.aalener-hospizdienst.de, und info@aalener-hospizdienst.de.

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