Höchste Alarmstufe im Wald: Was jetzt verboten ist

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Trockenheit schürt Brandgefahr
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Waldbrandgefahr! Rauchen und Feuermachen strengstens verboten“ hängt an einem Baum. (Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv / DPA)
Digitalredakteur
Deutsche Presse-Agentur

In vielen Teilen Baden-Württembergs hat die Waldbrandgefahr die höchste Warnstufe erreicht. Wie der deutsche Wetterdienst mitteilte, gilt in einigen Regionen im Südwesten die Warnstufe fünf. Das liege neben den hohen Temperaturen der vergangenen Tage vor allem an der niederen Luftfeuchtigkeit und der starken Sonneneinstrahlung, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes.

Besonders vorsichtig sollte man laut Waldbrandgefahrenindex in den Wäldern rund um Ellwangen, Laupheim, Schemmerhofen, Pfullendorf, Weingarten und Friedrichshafen sein.

 

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Zwar sind örtlich einige Gewitter angekündigt, die im Laufe des Mittwochs und Donnerstags für die erste Abkühlung seit vielen Tagen sorgen dürften, doch eine Entspannung der Situation im Wald gibt es nicht, so die Prognose der Experten. Bis einschließlich Freitag oder Samstag bleibe in einigen Gebieten Baden-Württembergs die höchste Warnstufe erhalten.

Seit einigen Tagen sind in der Region Beobachtungsflugzeuge in der Luft. Geflogen wird unter anderem vom Flugplatz Illertissen aus - und das vor allem nachmittags, wenn sich viele Leute im Wald aufhalten.

Speziell ausgebildete Luftbeobachter der Feuerwehren und von den Forst- und Katastrophenschutzbehörden sitzen neben dem Piloten im Flugzeug. Sie melden verdächtige Wahrnehmungen über Funk.

Weiter kein Regen in Sicht: Wasserentnahmeverbot für den Bodenseekreis
Temperaturen jenseits der 30 Grad – Ein Sommer, wie er im Buche steht. Doch die Hitze hat auch negative Konsequenzen. Weil viele Gewässer bereits einen kritischen, niedrigen Wasserstand erreicht haben, musste das Landratsamt im Bodenseekreis nun handeln. Seit Dienstag gilt ein generelles Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer wie Bäche, Flüsse und Weiher im gesamten Kreis.

Aufgrund der Hitze hatten die Feuerwehren bereits einige Einsätze. Bei Amstetten entzündete sich das Heu eines Landwirts, auch die Ballenpresse ging laut Ulmer Polizei im Anschluss in Flammen auf. Das Feuer griff auf das Feld über, mehrere hundert Quadratmeter brannten ab. Auch in Langenau mussten die Einsatzkräfte tätig werden, eine Hecke stand am frühen Mittwoch in Flammen. Nur dank der schnellen Reaktion der Anwohner und der Feuerwehr konnte größerer Schaden verhindert werden.

Brandgefährlich ist und bleibt es auch in den Wäldern. Schon eine achtlos weggeworfene Zigarette könnte verheerende Folgen haben, warnte der baden-württembergische Forstminister Peter Hauk von der CDU. Bei einem Besuch im Wald solle man sich daher an bestimmte Regeln wie das Rauchverbot halten.


In Illertissen starten die Beobachter zu den Rundflügen (von links): Pilot Werner Egger, Stützpunktleiter Siegfried Möst und Pi
In Illertissen starten die Beobachter zu den Rundflügen (von links): Pilot Werner Egger, Stützpunktleiter Siegfried Möst und Pilot Jürgen Hartmann. (Foto: Wilhelm Schmid)

„Ein heißes Auto im trockenen Gras kann schon Brände auslösen“, warnt ein Sprecherin der Forstkammer Baden-Württemberg.

Auch für den Waldaufbau ist ein Sommer ohne nennenswerten Regen katastrophal. Viele neu gepflanzte Bäume könnten sterben. „Es braucht eine Weile, bis sich die jungen Bäume an den neuen Standort gewöhnt haben.“ Die Temperaturen machten die Pflanzarbeit auch der vergangenen Jahren zunichte, erklärt die Sprecherin. Bundesweit werden Angaben des Deutschen Forstwirtschaftsrats jährlich 500 Millionen junge Bäume gepflanzt.

Grillen unter Vorbehalt

„Wichtig ist kein offenes Feuer im Wald zu entfachen. Auch Rauchen oder Zigaretten wegwerfen ist verboten,“ so Oliver Surbeck, Kreisbrandmeister des Landkreises Ravensburg.

Zudem sei es nur auf offiziellen Plätzen erlaubt zu grillen. „Ob diese Stellen in der jeweiligen Gemeinde geöffnet sind, kann sich je nach Wetterlage immer wieder ändern. Das muss vor dem Grillen geklärt werden."

Aktuelle Unwetter-Gefahren und Hitzewarnungen

In Villingen-Schwenningen ist man schon einen Schritt weiter. Hier wird aufgrund der Trockenheit der vergangenen Wochen bereits intensiv darüber diskutiert, öffentliche Grillplätze der Stadt vorübergehend zu schließen.  „Wir brauchen dringend Regen. Wenn es weiterhin nicht regnet, müssen wir uns überlegen, die Grillstellen zu schließen“, erklärte der stellvertretende Forstamtsleiter Roland Brauner. 

Eine Wetterbesserung ist indes kaum in Sicht. In vielen Teilen der Schweiz musste aufgrund der Hitze und Dürre aus Sicherheitsgründen das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 1. August abgesagt werden  - und auch bei uns werden wir die Auswirkungen des Wetters weiter spüren.

Waldbrandgefahr
Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. (Foto: Monika Skolimowska/Archiv / DPA)

"Auch bei uns wird die Dürre immer mehr zum Problem und flächendeckender Regen ist weit und breit nicht in Sicht. Die Abkühlung durch Regenschauer bringt nur kurzzeitig Linderung", so Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried. Auch in den kommenden Tagen erwartet er viel Sonne, hohe Temperaturen und allenfalls kurze Wärmegewitter.

Waldbrandgefahr: Das müssen Sie wissen

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