Gruselig und wunderbar, die Pennäler sind jetzt da

Lesedauer: 4 Min
Der Pennäler Schnitzelbank übernimmt das Regiment in Ellwangen.
Der Pennäler Schnitzelbank übernimmt das Regiment in Ellwangen. (Foto: Peter Schlipf)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Dunkel ist es und kalt. Ein bisschen gruselig. Fastnachtssonntag in Ellwangen. Die Schwarzen kommen. In der Stadt herrscht gespannte Stille.

Wer kommt dran? Wie schlimm wird’s? Ist der Vers zum Mitlachen oder so peinlich, dass man am liebsten im Boden versinken würde? Der Fastnachtssonntag bringt es an den Tag. Oder besser in die Nacht. Wenn all die Prominenten und nicht so Prominenten zwischen Bangen und Hoffen in den Wirtschaften sitzen und auf das Auftauchen der Pennäler Schnitzelbank warten.

Noch sind die Trommeln erst leise zu hören. Die ersten Pennäler biegen ums Fuchseck. Ihre Fackeln leuchten gespenstisch. Der Auftritt ist es auch. Die Schar marschiert schweigend und schwingt die Peitschen. Nur der Schellenbaumträger hüpft vergnügt. Sonst wüsste man nicht, dass Fastnacht ist.

So viele Pennäler waren es schon lange nicht mehr. Um die 80 Fackelträger plus Trommler plus Kundschafter. Genug, um die Stadt für eine Nacht in Schach zu halten. Mit 55 Versen. Viele sind lustig, manche ein bisschen gemein und einige eher auf dem Niveau von „Der Pennäler Ballermann“, deutlich unter der Gürtellinie.

Dafür gibt es eine goldene Sau. Joschi Ziegler, Chef der Napo, Rathaus-Stürmer und Gaudi-Macher, hat sie bekommen.

Hier eine kleine Auswahl der Schnitzelbank-Verse:

So viel Leut’ wie „z Realeg“ draußen

derzeit in der LEA hausen.

Aber die sind garantiert

schon viel besser integriert.

Wird’s der CDU gelingen,

Hilsenbek einst wegzubringen?

Eher Rolf Merz’ Schnarchverein

geht am eigenen Phlegma ein.

Kretschmann in der LEA weilte

und auch Guido dorthin eilte.

An Wolfs Rücken wie ein Sack

hing wie immer Winfried Mack.

In Sankt Vitus ist’s gelungen:

Schwach besucht und fort die Jungen!

Blutleer, stets korrekt, adrett

Windisch wirkt als Schlaftablett’.

Das Verhältnis vieler Schüler

wird zum Rektor immer kühler,

seit am HG Martin Ries

selbst bei Frost nicht heizen ließ.

Weiß ist grün und LEA-Leiter,

schwarz sieht er, geht es so weiter.

Doch, bevor er rot noch sieht,

Berthold in den Urlaub flieht.

Auf dem Marktplatz hinter Mauern

soll der Scharfschütze wohl lauern.

Meistens sei’s, so Hermann Veit,

für sein Luftgewehr zu weit.

Mit dem E-Bike, meinte Gunter,

purzeln nun die Pfunde runter.

Diese Wahrheit trat zutag’

als Frick auf dem Boden lag.

Wer bei Salenbauch will quizzen

kann U 50 kaum was wissen.

Zur Musik kam seit The Who

nämlich gar nichts mehr dazu.

Neuerdings zum Renovieren

darf die Knaka aufmarschieren.

Dauser, diese arme Maus,

senkt so Kosten für sein Haus.

Übers Ordnungsamt ganz „sauber“

lief der Asma-Hüttenzauber.

Rolle machten alle Mann

in der Volksbank nebenan.

„Niemand wird mich dazu bringen

etwas Russisches zu singen.“

So bestreikt den Liederkranz

Kalter Krieger Schenken Franz.

Kümpflein mit der größten Gaudi

rast als rüder Rollstuhl-Rowdy

fröhlich lachend durch die Stadt

und fährt alle Leute platt.

Untauglich bleibt weiter leider

Kurzen Paule als Heckenschneider.

Denn er hat noch nicht erfasst,

was ist Kabel, was ist Ast.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen