Geschichten von starken Frauen, die Mut machen

Lesedauer: 3 Min
 Margot Wagner, die Sprecherin des Kreisfrauenrats.
Margot Wagner, die Sprecherin des Kreisfrauenrats. (Foto: Rapp-Neumann)

Es braucht Mut, um eine Lebenskrise nicht nur zu meistern, sondern als Chance zu erkennen Es gehört Mut dazu, Schwäche zu zeigen, Hilfe anzunehmen, Gefühle wie Trauer und Verzweiflung zuzulassen. Und es braucht Zivilcourage, darüber öffentlich zu sprechen. Einige starke Frauen haben das bei der Ellwanger Frauenwoche getan.

Ins Rathaus eingeladen hatten der Ellwanger Frauenrat und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Bühler. Dass so viele Frauen kamen, überraschte auch die Gastgeberinnen. Allerdings ist der Boden, auf dem die zarte Pflanze Mut gedeihen kann, in Ellwangen bereitet. Es mangelt nicht an Angeboten. Und sie erreichen die Frauen auch: „Die Ellwanger Frauenwochen werden gut angenommen“, so Nicole Bühler. Einziger Wermutstropfen: Es fehlen junge Frauen.

Aus dem Teufelskreis herausfinden

Eine mutige Frau schilderte, wie sie nach einer Krise den Weg in ein erfülltes Leben fand. Eine andere berichtete vom Tod ihres Ehemanns, der sie mit kleinen Kindern zurückließ: „Es hat mir geholfen, Tagebuch zu führen und den Kontakt mit Menschen mit ähnlichem Schicksal zu suchen. Das Leben geht weiter, und es ist immer alles möglich.“

Olga Krasniqi, Initiatorin des Ellwanger Frauenrats, las den Brief einer starken Frau vor, der es gelang, den Teufelskreis Alkoholsucht und Co-Abhängigkeit zu durchbrechen. Krasniqi selbst kandidiert bei den Kommunalwahlen für den Kreistag: eine mutige Entscheidung.

Margot Wagner, Sprecherin des Kreisfrauenrats Ostalb, stellte den Gleichstellungs-Aktionsplan des Kreisfrauenrats vor. Ein wichtiges Ziel sei die Umsetzung der Europäischen Charta für Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene. Der Ostalbkreis verpflichtete sich im August 2014 als erster Landkreis in Baden-Württemberg zur Einhaltung der Charta. Seitdem wurde sie von mehr als 1600 Städten und Gemeinden in ganz Europa unterzeichnet. Aktuell, so Wagner, arbeite man an einer Fortschreibung des Aktionsplans. Ein Vorschlag dafür wurde schon am Abend konkret: Der öffentliche Nahverkehr muss dringend verbessert werden. Teilhabe von Frauen an der Gesellschaft zu ermöglichen, heißt auch, Mobilität zu ermöglichen.

Am Dienstag, 9. April, um 19 Uhr stellen sich Kandidatinnen für Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Kreistag im Ellwanger Institut Sankt Loreto vor. Die Podiumsdiskussion beschließt die Ellwanger Frauenwochen. Am Cello begleitete Steffi Holzwarth.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen