Forstdirektor Reinhold Elser geht in den Ruhestand

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Am Freitag, seinem letzten aktiven Arbeitstag, ist Forstdirektor Reinhold Elser in den Ruhestand verabschiedet worden. Im Marschallsaal des Schlossmuseums haben Landrat Klaus Pavel, Ministerialrat Felix Reining vom Landesministerium für Ländlichen Raum, Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und Elsers Büroleiter Robert Lang vor Amtsträgern, Mitarbeitern, Weggefährten und seiner Familie lobende Worte für einen Mann gefunden, der in mehr als 30 Jahren Stürmen trotzte, Reformen umsetzte, den Virngrundwald nachhaltig prägte, als erfahrener Ratgeber stark gefragt und als Chef hoch geschätzt war.

„Sie hätten ruhig noch fünf Jahre weitermachen können“, sagte Landrat Klaus Pavel in seiner Laudatio. In hervorragender Weise habe Reinhold Elser die ihm anvertrauten Aufgaben in einem Kreis mit der dritthöchsten Walddichte in Baden-Württemberg gemeistert. Schon in der Wiege sei klar gewesen, welchen Beruf er einmal ausüben werde: „Die Tätigkeit war für Sie maßgeschneidert.“ Mit nur 34 Jahren habe Elser 1988 in Ellwangen die Verantwortung für rund 10 000 Hektar Wald übernommen, im Zuge der Forstreform ab 2005 für 17 000 Hektar. Gemeinsam habe man die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwäbischer Limes modellhaft auf den Weg gebracht. Waldarbeiter-Dankgottesdienste am Pfingstmontag, Treffen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik auf der Röttinger Höhe und Waldtage hätten Elser stets am Herzen gelegen. Selbst nach verheerenden Stürmen wie Wiebke und Lothar habe er für einen ordentlichen Ertrag bei Waldbesitzern gesorgt, zehntausende Festmeter Holz auf den Weg gebracht und sich auch neuen Herausforderungen wie den Windkraftanlagen gestellt. Mit den Attributen „engagiert, loyal, kollegial, leistungsorientiert, ein Praktiker mit wissenschaftlichem Anspruch“ umriss Pavel die Eigenschaften des scheidenden Forstdirektors und dankte im Namen der kommunalen Familie für sein Engagement im Dienste des Waldes.

„Reinhold Elser kennt seinen Wald“

Felix Reining bezeichnete Elser als einen „Allrounder“ von wohltuender Bescheidenheit. Nach dem Studium der Forstwissenschaft in Freiburg habe er 1979 seine Laufbahn in der Landesforstverwaltung begonnen: „Seit 40 Jahren prägt er die Ellwanger Wälder. Reinhold Elser kennt seinen Wald.“ Mit dem Dank der Landesforstverwaltung überreichte Reining dem passionierten Jäger ein Jagdmesser und Ehefrau Christa Elser eine Orchidee.

OB Karl Hilsenbek reihte Elser in die Riege der Bürgermeister ein. Er sei genauso „sachlich strukturiert, zielorientiert und gesellig unterwegs“, bei gleich schlechtem Stundenlohn. Bei der Forstwirtschaft habe er stets auch die Kommunalpolitik im Blick gehabt. Für Elser sei der Beruf Berufung gewesen, sagte der OB. Er dankte der „Institution in Ellwangen und im Virngrund“, in dessen Büro im Schloss oft bis spätnachts Licht brannte, mit Ellwanger Schlossgespenstern, Sekt und einer Einladung zu den Heimattagen.

Worte der Wertschätzung fanden auch Dominik Aurnhammer, Geschäftsführer des Ellwanger Sägewerks Aurnhammer, und Robert Lang, Büroleiter der Forstaußenstelle Ellwangen. Er sei ein Teamplayer mit klarer Vorstellung, wer der Kapitän sei, sagte Lang über seinen scheidenden Chef: „Ihre Echtheit hat Sie ausgezeichnet.“ Den Wald habe Elser umgebaut hin zu stabilen Mischbeständen bei angepassten Wildbeständen: „Jagd war Chefsache.“

In seinen Dankesworten bezeichnete der Geehrte den Orkan Wiebke als eine seiner größten Herausforderungen. Bei Lothar drei Jahre später sei man gerüstet gewesen. Die Stürme hätten den Virngrundwald massiv verändert. Stürme, Käferplagen, Reformen – entscheidend seien die Begegnungen mit den Menschen: „Die Arbeit hat Spaß gemacht“, bilanzierte Elser und bat um Nachbesetzung seiner Stelle bis zum 1. Juli. Dann wird die zukünftige Forstorganisation ihre Arbeit aufnehmen.

Die Feierstunde wurde umrahmt von der Parforce-Hornbläsergruppe Freischütz Schwaben.

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