Flüchtlinge planen Demo am Mittwoch

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Nach der Polizeirazzia am Donnerstag in der LEA in Ellwangen wollen einige der Flüchtlinge am Mittwoch, 9. Mai bei einer Mahnwa
Nach der Polizeirazzia am Donnerstag in der LEA in Ellwangen wollen einige der Flüchtlinge am Mittwoch, 9. Mai bei einer Mahnwache und einer Demo ihre Sicht der Dinge darstelln. (Foto: Archiv- Stefan Puchner / dpa)

Einige Bewohnerinnen und Bewohner der LEA Ellwangen wollen am Mittwoch, 9. Mai, von 12 bis 18 Uhr mit einer Mahnwache auf dem Marktplatz und um 18 Uhr mit einer Demo ihre Sicht der Dinge zur missglückten Abschiebung am Montag, 30. April, und zur Polizeirazzia am Donnerstag, 3. Mai, darstellen. Diese Information hat die Aktion Bleiberecht Freiburg an die Redaktion geschickt. Nach den vielen Presseberichten wollten die Flüchtlinge sich jetzt selbst zu Wort melden.

Viele Bewohner seien durch den „bürgerkriegsähnlichen Polizeieinsatz“ tief verunsichert, heißt es in der Pressemeldung. Darin wird die Abschiebung so geschildert: Der Protest sei spontan entstanden, auch weil einige schon aggressive Abschiebungen anderswo erlebt hätten. Niemand sei bei dem spontanen politischen Protest zu Schaden gekommen.

Dagegen spricht die Aussage der Polizei, dass der Togolese zwar freiwillig mitgekommen sei, die Abfahrt aber immer wieder herausgezögert habe. Was dafür spricht, dass er den anderen Flüchtlingen Zeit geben wollte, den Protest zu organisieren. Für die Beamten war die Situation bedrohlich, immerhin stand es 150 zu 20, zudem hatten die Protestierer auf einen Streifenwagen eingeschlagen.

Die Verfasser der Pressemitteilung schildern den darauffolgenden Polizeieinsatz am Donnerstag hoch dramatisch. Die Beamten hätten in drei Gebäuden zeitgleich alle Türen eingeschlagen, alle 292 Bewohner seien im Bett gewesen, niemand habe sich anziehen dürfen. Alle hätten die Hände in Höhe halten und seien gefesselt worden. Die Zimmer seien durchsucht worden. Viele seien verletzt worden.

Von elf Verletzten hatte die Polizei hatte in der Pressekonferenz nach der Razzia am Donnerstag gesprochen. Sprecher Bernhard Kohn betont aber auch, dass es Sinn eines solchen Einsatzes sei, schlagartig und gleichzeitig vorzugehen. Weshalb bei der Razzia auch jede Menge Manpower eingesetzt worden war. Türen innerhalb der LEA dürften nicht verschlossen sein. Mit Gewalt geöffnet worden seien sie nur da, wo die Bewohner mit Kabelbindern oder Tüchern versucht hätten, die Türen zuzuhalten. Dass alle aufgefordert wurden, die Hände hoch zu nehmen, räumt Kohn ein. Das geschehe aus Selbstschutz, damit niemand eine Waffe benutzen könne. Gefesselt worden seien aber nur diejenigen, die Widerstand geleistet hätten. Das waren laut Polizei 23.

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