Flüchtlinge finden 1500 Euro in Kleiderstapel und geben das Geld zurück

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Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Bürgermeister Volker Grab und Jürgen Schäfer bedankten sich herzlich bei Raoul Gitembert Essem
(Foto: aeh)
Anja Ehrhartsmann

Während ihrer Arbeit in der Kleiderkammer in der Landes-Erstaufnahmestelle haben fünf Flüchtlinge 1500 Euro in einem Stapel gespendeter Hosen gefunden.

Die Hosen lagen in einem Karton. Als die fünf LEA-Bewohner diese am Vormittag ins Regal einräumen wollten, fielen plötzlich drei 500-Euro-Scheine raus, berichtet Irene Pravilov, die als Ehrenamtskoordinatorin der Caritas für die Kleiderkammer zuständig ist. „Ich habe einen richtigen Schreck bekommen“. Sofort sei sie zu ihrer Chefin, 1500 Euro findet man ja schließlich nicht alle Tage.

„Das Geld wird jetzt ins Fundbuch der Stadt aufgenommen“, erklärt Jürgen Schäfer, LEA-Beauftragter der Stadt Ellwangen. „Wenn sich der Besitzer nach sechs Monaten noch nicht gemeldet hat, geht das Geld an die Finder.“ Und die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. „Der Eigentümer wird sich schwertun, seinen Besitzanspruch nachzuweisen.“

Bei einem verlorenen Handy sei das einfacher, da genüge ein Ladekabel oder etwas in der Art. Als Dank überreichte Bürgermeister Volker Grab den ehrlichen Findern im Namen der Stadt Ellwanger Gardisten aus Schokolade und eine Einkaufstasche mit Stadtlogo. Laut bürgerlichem Gesetzbuch steht ihnen außerdem ein Finderlohn von 55 Euro zu, den die fünf Flüchtlinge in jedem Fall nach sechs Monaten bekommen, selbst wenn sie dann nicht mehr in Ellwangen sein sollten. „Wir können das recherchieren“, so Schäfer. Auch Oberbürgermeister Karl Hilsenbek bedankte sich für so viel Ehrlichkeit bei Raoul Gitembert Essembiong, Tchomguem Noubi Carine Flore, Lobain Sherif Eba und Mentor Gjoni. Daniel Tchoua, der fünfte im Bunde, hatte leider keinen Platz mehr im Auto, erklärt Irene Pravilov.

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