Fingerstyle ist ihre Leidenschaft

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Julia Lange hat in der Reihe Jumping Fingers ein begeisternedes Konzert gegeben.
Julia Lange hat in der Reihe Jumping Fingers ein begeisternedes Konzert gegeben. (Foto: Rapp-Neumann)

Die Konzertgitarristin Julia Lange ist 19 Jahre jung, am Beginn ihrer Karriere und doch schon gefragt. Mit einem bemerkenswerten Auftritt im Palais Adelmann hat die junge Musikerin die Konzertreihe Jumping Fingers für dieses Jahr beschlossen. Für Ellwangen entdeckt hat sie Christoph Haußer, seit 2009 Lehrer für Gitarre an der städtischen Musikschule.

Trotz ihrer Jugend ist Julia Lange international unterwegs und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem dreimal mit dem ersten Preis des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert. Souverän moderierte sie den Abend zwischen Klassik und Crossover, der mit „Tango en skai“ des französischen Gitarristen Roland Dyens begann. Agustin Mangorés dreisätzige Komposition „La Catedral“ zählt zur romantischen Gitarrenliteratur und zu ihren erklärten Lieblingsstücken. Hochkonzentriert entwickelte sie die Feinheiten des von der Kathedrale in Montevideo inspirierten Werks.

„Gran Vals“, den „Großen Walzer“ des Spaniers Francisco Tárrega, kennt man als Standard-Klingelton bei Nokia-Mobiltelefonen. Mit „Asturias“ von Isaac Albéniz begeisterte sie ebenso wie mit Tárregas höllisch schwierigem Tremolostück „Recuerdos de la Alhambra“ und den dunklen Klangfarben der „Constellations“ des Belgiers Armand Coeck.

Mit Gary Ryans „Rondo Rodeo“ leitete die Studentin der Musikhochschule Dresden über zu ihrer wahren Leidenschaft, dem Fingerstyle. Sie beeindruckte die zahlreichen Zuhörer mit fantastischen eigenen Arrangements von Bruno Mars‘ „Versace on the Floor“ und Paul McCartneys zeitlosem Oldie „Yesterday.“ Bart Howards Jazzstandard „Fly me to the Moon“ mit effektvollem Wechsel von Dur nach Moll gewann in Langes gefühlvoller Interpretation neuen Reiz. Rhythmisches Klopfen und fetziger Gitarrensound machten John Legends „All of me“ und den Titel „Seven Nations Army“ der White Stripes zum mitreißenden Erlebnis. Beeindruckt war das begeisterte Publikum auch von Langes eigener Komposition „Blues in E.“

Mit ihrem Partner Julius Imhäuser gestaltete sie die Zugabe, ein gemeinsam komponiertes Stück, bisher ohne Titel. Man wird noch viel von ihr hören.

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