Für Kassenpatienten fällt die Klinik-Sprechstunde derzeit aus

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Wer als Kassenpatient nach einer OP in die Sprechstunde der Orthopädie und Unfallchirurgie des Ellwanger Krankenhauses gehen möc
Wer als Kassenpatient nach einer OP in die Sprechstunde der Orthopädie und Unfallchirurgie des Ellwanger Krankenhauses gehen möchte, hat derzeit Pech. Dafür braucht es die Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Die fehlt im Moment. (Foto: Archiv- Patrick Seeger / dpa)

Für Kassenpatienten gibt es zurzeit an der Ellwanger Klinik keine Sprechstunde der Orthopädie und Unfallchirurgie. Auf Operationen hat das aber keinen Einfluss, weder auf ambulante, noch auf stationäre. Betroffen ist nur die Sprechstunde. Die Sorge, dies könnte der Anfang vom Ende des Ellwanger Krankenhaues sein, weisen Landrat Klaus Pavel und die Vorstände der Kliniken Ostalb als unbegründet zurück.

Was ist passiert? In die Sprechstunde gehen Patienten wie zum Facharzt. Oft sind es solche, die dort nach einer Operation in der Klinik die Nachsorge machen lassen. Für diese Sprechstunde braucht ein Arzt die Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie wird immer für zwei Jahre erteilt. Die von Chefarzt Dr. Lothar Reinhold ist ausgelaufen. Eine neue wurde für den leitenden Oberarzt Dr. Schrimpf, der vom Klinkum Großhadern nach Ellwangen gekommen ist, beantragt. Sie ist aber noch nicht erteilt worden. „Wir sind zuversichtlich, dass er die Zulassung bekommt“, sagt dazu die Pressesprecherin des Landkreises, Susanne Dietterle. Wegen der umfassenden Aufgabenstellungen sei es üblich, dass eine Ermächtigung nicht ausschließlich für Chefärzte, sondern für andere leitende Ärzte beantragt wird, heißt es dazu in einer gemeinsamen Presseerklärung von Landrat Klaus Pavel und den Klinik-Vorständen.

Betroffen sind nur Kassenpatienten. Privat Versicherte oder Patienten, deren Kosten die Berufsgenossenschaft übernimmt, können nach wie vor in die Sprechstunde der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus kommen. Kassenpatienten müssen sich vorerst an die niedergelassenen Orthopäden oder Unfallchirurgen in Ellwangen wenden.

Die Kassenzulassung, die im Moment fehlt, betrifft nur die Sprechstunde. Mit dem Operationsbetrieb in der Klinik, ob ambulant oder stationär, hat sie nichts zu tun. Dieser läuft ganz normal weiter, ob Kassenpatient oder nicht, sagt Dietterle.

Sorgen um den Bestand der Klinik in Ellwangen müsse man sich deshalb nicht machen, betont der Landrat in der Pressemitteilung. Dafür gebe es überhaupt keinen Grund. Ganz im Gegenteil: In den letzten Jahren habe sich die Auslastung der Klinik deutlich erhöht. So liege der Belegungsgrad des Hauses inzwischen bei über 85 Prozent, in der Unfallchirurgie und Orthopädie sogar bei konstant nahezu 100 Prozent. Die Zahl der Gelenkoperationen im Endo-Prothetik-Zentrum sei in Ellwangen im vergangenen Jahr um knapp 75 Prozent gestiegen. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern kämen viele Patienten aus anderen Landkreisen in die Klinik nach Ellwangen.

Klinikleitung sieht gute Zukunft für das Ellwanger Krankenhaus

Einem Gerücht, frei werdenden Stellen im Pflegebereich würden nicht mehr besetzt, treten Landrat und Vorstände entschieden entgegen. In den letzten Jahren sei im Pflege- und im Ärztlichen Dienst nachweislich Personal aufgebaut worden. Im Ellwanger Krankenhaus seien in der Pflege 147,5 Vollkräfte beschäftigt (2014: 138,5 Vollkräfte), im Ärztlichen Dienst seien es 53,75 Vollkräfte (2014: 51,5 Vollkräfte).

Der Gesamtvorstand der Kliniken Ostalb sieht eine gute Zukunft für die Kliniken im Ostalbkreis – so auch für die Sankt-Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen. „Die regelmäßig stattfindenden Gesprächskreise der Fachdisziplinen innerhalb des neuen Unternehmens, an denen alle drei Standorte teilnehmen, zeigen einen guten Weg in ein noch besseres Versorgungsangebot im Ostalbkreis“, sind sich die Vorstände Axel J.F. Janischowski, Thomas Schneider und Walter Hees einig.

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