Um die Landesgartenschau ist es im Ortschaftsrat Schrezheim gegangen. Eine Mehrheit will den Annahmebeschluss bis nach den Haus
Um die Landesgartenschau ist es im Ortschaftsrat Schrezheim gegangen. Eine Mehrheit will den Annahmebeschluss bis nach den Haushaltsberatungen vertagen. (Foto: Büro RMP Lenzen)
Freier Mitarbeiter

Ob die Landesgartenschau auch Schrezheim einen Mehrwert bringt? Das war Ortsvorsteher Albert Schiele und seinen Stellvertretern Günther Herschlein und Franz Ostermeier eine Erklärung im Ortschaftsrat wert. Er forderte, den Annahmebeschluss bis nach der Haushaltsberatung zu vertagen. Nur dann könne man sehen, ob Geld für Schrezheim übrig bleibe.

Schiele hatte Schrezheimer Bürger befragt, um ein Meinungsbild zu bekommen. Fazit: die Landesgartenschau bringe für Ellwangen einen Mehrwert. Ob auch für Schrezheim, sei von mehreren Komponenten abhängig, so Schiele. Wenn nur die Jagst mäandere, die LEA aber bleibe, sehe er keinen Mehrwert.

Erst sehen, was für Schrezheim zu erwarten ist

Sollte aber an der verkehrlichen Infrastruktur etwas verbessert werden, die Fayencestraße verschönert und gar die Variante Grün verwirklicht werden können, dann schon. Auch die Gastronomie würde profitieren. Als schlechtesten Fall bezeichnete Schiele es, wenn die LEA verlängert werde und in den nächsten Jahren wegen zu hoher Kosten für die Landesgartenschau und zu wenig Personal im Stadtbau- und -planungsamt nichts mehr gehe. Vor dem Beschluss des Gemeinderats sollte nicht nur die vorläufige Finanzierung der Landesgartenschau dargelegt werden, sondern auch das, was für Schrezheim bis dahin und danach zu erwarten sei. Der Ortsvorsteher erkundigte sich nach den Kosten für die Unterhaltung von Sportanlagen und öffentlichen Plätzen und Gebäuden in den nächsten Jahren sowie für den Straßen- und Gehwegbau und die Ausweisung von Baugebieten. Schiele fragte, warum der Annahmebeschluss so schnell kommen müsse, wenn es doch vom Land ein Zeitfenster bis zum 31. März 2020 gebe. Er schlug vor, zuerst über die Verlängerung der LEA zu entscheiden.

Stadtplaner Klaus Ehrmann hatte das Projekt Landesgartenschau vorgestellt und sprach von einer einer unglaublichen Chance. Der Grunderwerb sei ein Thema, das man angehen müsse. Für die Stadtverwaltung habe die LEA nichts mit der Gartenschau zu tun. „Für mich gehören die Landesgartenschau und die LEA zusammen. Wer das nicht glaubt, soll sich weiter belügen lassen“, sagte Josef Kucher (CDU).

„Wie kann die Stadt das schultern, bei diesem Schuldenstand?“, fragte Günther Herschlein. „Bei den Kosten bin ich absolut realistisch geblieben“, antwortete Ehrmann. Klaus Schneider (CDU) sprach das Plus von fast drei Millionen Euro bei der Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd im Jahr 2014 an.

Noch Spielräume bei der Gestaltung

„Die Vergleiche hinken“, sagte Franz Ostermeier (FBE) und erkundigte sich, ob es noch Änderungsmöglichkeiten gebe. „Ich sehe da schon noch Spielräume“, erwiderte Ehrmann.

Die Annahme der Gartenschau müsse der Gemeinderat am 27. September beschließen, so Gerhard Rettenmaier (CDU): „Ich bin überzeugt, dass für unseren Teilort Schrezheim noch genügend Geld übrig bleibt.“ Auf die Frage von Angelika Kucher (CDU), wie viel Personal die Stadt für die Gartenschau brauche, sagte Ehrmann, in Öhringen hätten die Führungen Ehrenamtliche gemacht. Auch Vereine sollten sich einbringen. „Kann unser OB die Vereine so begeistern?“, fragte Herschlein.

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