Ellwanger Ordensleute laden ein zur Begegnung

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Sie stehen Besuchern beim Podiumsgespräch im Mutterhaus der Anna-Schwestern Rede und Antwort: von links Pater Bernhard Riegel vo
Sie stehen Besuchern beim Podiumsgespräch im Mutterhaus der Anna-Schwestern Rede und Antwort: von links Pater Bernhard Riegel von den Comboni Missionaren, Schwester Birgit Reutemann von den Sießener Franziskanerinnen, Schwester Veronika Mätzler, Gener (Foto: Rapp-Neumann)

Am Samstag, 21. April, ist der Tag der offenen Klöster. Bundesweit öffnen über 230 Ordenshäuser und -niederlassungen ihre Türen. Auch die Mitglieder der in Ellwangen ansässigen Ordensgemeinschaften stellen an diesem Tag ihre Lebensweise vor und beantworten Fragen.

Wie lebt es sich hinter vermeintlich weltabgeschiedenen Klostermauern? Was macht Ordensgemeinschaften aus? Sind sie noch zeitgemäß? Wie viel individuelle Freiheit haben Ordensleute? Verfügen sie über eigenes Geld, oder kommen alle Einkünfte der Gemeinschaft zugute? Gibt es Nachwuchs, der sich strengen Regeln wie Gehorsam, Keuschheit und Sparsamkeit unterordnet? Können Ordensleute Wegweiser und Mutmacher für Sinnsucher sein? Diese und andere Fragen wollen Ellwanger Ordensfrauen der Anna-Schwestern und der Franziskanerinnen von Sießen sowie Ordensmänner der Redemptoristen und der Comboni-Missionare am 21. April beantworten und einen Einblick in die Vielfalt des Ordenslebens geben. Der Tag der offenen Klöster findet zum zweiten Mal statt und hat das Motto „Gut. Wir sind da.“ Bundesweit nehmen über 230 Klöster und klösterliche Niederlassungen daran teil.

Gegenentwurf zum weltlichen Leben

Sie sind da. Und es ist gut, dass sie da sind. Ordensleute leben ihren Glauben in der Nachfolge Christi in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter. Damit gehen sie einen Weg abseits des Mainstreams und finden Erfüllung in einem fast radikalen, „exotischen“ Gegenentwurf zum „normalen“ weltlichen Leben, in dem die meisten um die goldenen Kälber Karriere und Konsum tanzen. „Wir möchten Inspiration sein und müssen uns immer wieder neu fragen, welche Aufgaben wir in heutiger Zeit haben“, sagt Schwester Birgit Reutemann. Die Schulleiterin von Sankt Gertrudis ist eine von derzeit acht Sießener Franziskanerinnen, die in Ellwangen leben und arbeiten. „Es geht nicht um Geld und nicht um Karriere, sondern um Menschen, für die wir da sein wollen“, ergänzt Pater Jens Bartsch, Leiter der Landpastoral Schönenberg. In Ellwangen sind die Redemptoristen, denen er angehört, in der Pfarr-, Wallfahrts- und Klinikseelsorge tätig.

Christlicher Glaube als Möglichkeit und Angebot für ein sinnerfülltes und spirituelles Leben – hat das heute noch Bestand?

„Das innere Feuer muss da sein.“

Die 1921 in Ellwangen gegründete Gemeinschaft der Anna-Schwestern versteht ihren Sendungsauftrag „dem Leben dienen“ als Antwort auf die Nöte unserer Zeit. „Das innere Feuer muss da sein. Jesus hatte nur zwölf Jünger, und schauen Sie sich an, was daraus geworden ist“, sagt Generaloberin Schwester Veronika Mätzler. Von diesem Feuer sind auch die Combonis beseelt, die als Brückenbauer in die Welt hinausgehen, ihren Glauben verkünden und in Seelsorge, Schul- und Berufsausbildung, Krankenpflege und Flüchtlingsarbeit tätig sind.

„Wenn es dir gut tut, dann komm“, sagte Franz von Assisi. In diesem Sinne freuen sich Ellwanger Ordensleute auf zahlreiche Besucher von 14 bis 17 Uhr im Mutterhaus der Anna-Schwestern am Nibelungenweg 1 mit Führungen in der Hostienbäckerei, Podiumsgespräch (16 Uhr), Vespergebet und betreutem Kinderprogramm. Blickfang im Kreuzgang ist die von dem Neresheimer Benediktinerpater Hugo Weihermüller in 12 Jahren handgeschriebene und illustrierte Bibel. Zur Begegnung, geführten Rundgängen und spirituellen Impulsen laden auch die Combonis von 14 bis 17 Uhr ins Missionshaus an der Rotenbacher Straße 8.

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