Ellwanger ODR will in drei Jahren CO2-neutral werden

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 Die ODR-Vorstände Sebastian Maier und Frank Reitmeijer haben Zahlen zum Geschäftsjahr 2019 präsentiert.
Die ODR-Vorstände Sebastian Maier und Frank Reitmeijer haben Zahlen zum Geschäftsjahr 2019 präsentiert. (Foto: Foto-Phositiv)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die EnBW ODR will in drei Jahren als Unternehmen rechnerisch CO2-neutral sein. Dieses ehrgeizige Ziel präsentierte Vorstand Sebastian Maier bei der virtuellen Hauptversammlung. Anfangs ging er auf den Umgang der ODR mit der Corona-Pandemie ein. So wurde gleich zu Beginn eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit besonders schützenswerten Bereichen wie der Leitstelle befasst hat. Die Bau- und Betriebsarbeiten wurden fast komplett aufrechterhalten und befinden sich wieder im Normalbetrieb. Rund 60 Prozent der Belegschaft arbeiten im Homeoffice.

Die hohen Investitionen in die Infrastruktur spiegeln sich laut Maier in einer für das Unternehmen wichtigen Kennzahl wider, der Versorgungssicherheit. „Dies stellt ein bedeutendes Qualitätskriterium für unsere starke Wirtschaftsregion dar.“ Ein weiteres elementares Standortkriterium – auch aus Sicht der Kommunen – ist ein leistungsfähiges Breitbandnetz. 2019 hat die ODR den Ausbau in der Region mit vier Millionen Euro unterstützt.

Ein ebenfalls großes Wachstumsfeld ist die Elektromobilität. Die Energiewende wird, so Maier, mit der Mobilitätswende deutlich mehr in Fahrt kommen. Inzwischen betreibt die ODR 111 eigene Ladepunkte in ihrem Versorgungsgebiet. Industrie- und Gewerbekunden wird ein komplettes Dienstleistungsportfolio rund um die Elektromobilität angeboten.

In ihrer Strategie verfolgt die ODR einen nachhaltigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und strebt an, bis in drei Jahren als Unternehmen CO2-neutral zu sein. Zu den bedeutenden Herausforderungen für die ODR zählen, die bewährte Zusammenarbeit mit den Kommunen mit Blick auf die Konzessionen langfristig zu sichern und den digitalen Wandel weiter auszubauen.

Inzwischen speisen derzeit fast 30 000 erneuerbare Erzeugungsanlagen Strom in das ODR-Versorgungsnetz ein. Rund 65 Prozent der im Netz abgesetzten Energie ist, bilanziell gesehen, grüner Strom. So gehört der Ausbau der erneuerbaren Energien auch zur Unternehmensstrategie.

In Bezug auf den Facharbeitermangel in der Region gewinnt die eigene Ausbildung an Bedeutung, schwerpunktmäßig deren Digitalisierung. Hierzu wurden alle Auszubildenden und Studenten mit einem eigenen Laptop ausgestattet. Mit ihrer Aktion „Sehen und helfen“ unterstützt die ODR seit 17 Jahren zahlreiche regionale Einrichtungen, Vereine und Initiativen mit inzwischen fast 400 000 Euro.

Vorstand Frank Reitmajer berichtete von den positiven Entwicklungen in den klassischen Energievertriebssegmenten. So nahmen im Industriekundenbereich die Kundenzahlen in den Segmenten Strom und Gas zu. Auch im Privatkundenbereich stieg die Zahl der Strom- und Gaskunden deutlich an.

2019 hat die ODR mehr als 37 Millionen Euro in die Hand genommen und 18 Millionen Euro ins Strom- und neun Millionen Euro ins Gasnetz investiert. Unter anderem wurden sechs Schaltwerke erneuert und erweitert, 28 Kilometer Mittelspannungs- und 100 Kilometer Niederspannungsleitung verlegt sowie 70 Kilometer Freileitung rückgebaut. Dem Ausbau der Breitbandnetze komme eine immer größere Bedeutung zu, betonte Reitmajer. Im vergangenen Jahr hat die ODR 22 Projekte für Kommunen bezüglich Breitband realisiert.

Im Dezember 2020 soll das neue NetCom-Gebäude mit 150 Arbeitsplätzen auf dem ODR-Gelände bezogen werden. Hierfür wurden acht Millionen Euro veranschlagt. Um die IT-Systemlandschaft für die Zukunft fit zu machen, werden die Kernsysteme im kaufmännischen und technischen Bereich modernisiert. Dafür investiert die ODR bis 2022 etwa zehn Millionen Euro.

Beim Stichwort regionale Wertschöpfung tat Reitmajer kund, dass zusammen mit den Zahlungen an die Betreiber regenerativer Stromerzeugungsanlagen knapp 390 Millionen Euro in die Region fließen. Mit Blick auf die aktuelle Situation informierte Frank Reitmajer, dass die ODR bei Corona bedingten Zahlungsschwierigkeiten ihren Kunden mit Stundungen und Abschlagskürzungen entgegenkam. Auch bei den Privatkunden hatte man seit März von Anlagensperrungen und Zwangsmaßnahmen abgesehen.

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