Ellwanger Friedhofsweiber klagen beim Grünen Ball

Lesedauer: 5 Min
Freier Mitarbeiter

Der Grüne Ball der Kreislandjugend Ostalb hat zum Auftakt des Kalten Marktes am Samstagabend in der Stadthalle ein buntes, spritziges Programm geboten, nunmehr zum 42. Mal.

Zu Beginn des Programms begrüßte der Vorsitzende der Kreislandjugend, Timm Bühler, die Besucher und die zahlreichen Ehrengäste und warb für die Busfahrt der Kreislandjugend zur Grünen Woche vom 19. bis 22. Januar in Berlin. Der Saal in der Stadthalle war nicht voll besetzt.

Die Kindergruppe der Landjugend Ellwangen unter der Leitung von Kathrin Bieg und Markus Kurz präsentierte in ihrem erfrischenden Beitrag das Beste aus fünf Jahrzehnten Landjugend Ellwangen. Zu Ohrwürmern wie „Schön ist es auf der Welt zu sein“ und „Anton aus Tirol“ traten unter anderem „die Biene und das Stachelschwein“ und „der Anton“ auf.

Spitzen gegen Ellwanger Missstände

Als ganz in Schwarz gekleidete „Ellwanger Friedhofsweiber“ erschienen Simon Rupp, Stefanie Ernsperger, Andreas Brenner, Patricia Weik, Florian Brenner und Katrin Wohlfrom von der Landjugend Ellwangen. In einer Art Schnitzelbank zogen sie so manches Ärgernis, Malheur und Amüsantes in Ellwangen durch den Kakao, beispielsweise die Leerstände in der Innenstadt, die Eintrittspreise im Wellenbad und die Ampelschaltung in der Haller Straße. Einstudiert hatte das Ganze Florian Brenner. Die Landjugend Aalen-Essingen zeigte unter der Regie von Julia Holz einen Showtanz, der so gut gefiel, dass eine Zugabe fällig war.

Stadtkämmerer Joachim Koch überbrachte Grüße von Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, wies auf die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region hin und warb für den Beruf des Landwirts. „In unserer Gesellschaft hat die Landwirtschaft nach wie vor Zukunft“, sagte Koch: „Die regionale Landwirtschaft ist eine Bereicherung für uns alle.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter bezeichnete die Landjugend mit Blick auf ihr Bewusstsein für den ländlichen Raum als Vorreiter. Er lobte das Interesse an Innovation in der Landwirtschaft und zeigte sich stolz auf die einheimischen Produkte. Die Heimatverbundenheit und Weltoffenheit der Landjugend unterstrich der Landtagsabgeordnete Winfried Mack (CDU). „Heimat ist ein Zukunftsprojekt“, sagte er. Denn Heimat habe nichts mit falschem Patriotismus zu tun.

Ordentliche Ernte trotz des Endlos-Sommers

Der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Helmut Hessenauer, blickte auf ein außergewöhnliches Jahr 2018 mit einem Sommer von Mitte April bis Mitte Oktober zurück. Trotzdem habe es eine ordentliche Ernte gegeben. Angesichts der Europawahlen 2019 meinte Hessenauer, Europa sei viel mehr als nur Bürokratie; „Dieses Übermaß an Bürokratie ist menschengemacht, es lässt sich ändern.“ Man sollte deshalb von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Hubert Kucher, kritisierte die immer umfangreicheren Anforderungen an die Landwirtschaft und warb für regionale Lebensmittel. Die Schweinehaltung habe sehr unter den schlechten Preisen zu leiden, sagte er. Die Digitalisierung biete Chancen, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen.

Die Geschäftsführerin der Kreislandjugend, Annika Kurz, löste die Schätzaufgabe auf, bei der es die Anzahl von Nüssen in einem 25-Kilo-Sack zu erraten galt. Sieger war Josef Kurz. Zum Tanz spielten die „Jeppies“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen