Ellwanger Feuerwehr übt Rettung aus brennendem Krankenhaus

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In einem Abstellraum des Gebäudeteils G der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik ist ein Brand ausgebrochen. Die Gänge der Station sind total verraucht und 15 bettlägrige Patienten sowie ein Arzt und eine Krankenschwester sind eingeschlossen. Die Männer der Ellwanger Feuerwehr haben bei ihrer Übung ein Szenario angetroffen, das sie selber als Super-GAU bezeichnet haben.

Um 20 Uhr war Alarmierung und die Ellwanger Wehr rückte mit einem Vorkommando zum Brandort aus. Nach Erkundung der Lage löste Einsatzleiter Rainer Babbel Großalarm aus. Die Feuerwehr rückte mit insgesamt rund 80 Mann und vier Fahrzeugen einschließlich der Drehleiter an. Eine weitere Drehleiter wurde bei der Feuerwehr Aalen angefordert. Und da Wasseralfingen am nächsten liegt, rückte dieses Fahrzeug aus. Die schnelle Einsatzgruppe hätte für diesen angenommenen Ernstfall 80 bis 100 Helfer im Einsatz. Das DRK war vor Ort, ebenfalls wären die Malteser alarmiert worden.

Ein Szenario, das Angst machte, bei Beobachtung der Übung aber auch Sicherheit suggerierte. Einsatzleiter Rainer Babbel sagte im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ / „Aalener Nachrichten“, dass von den 15 eingeschlossenen Patienten nur die gerettet wurden, bei denen die Tür zum Krankenzimmer offenstand. „Uns ging es darum, dass die anderen Patienten nicht in eine vermeidbare Panik versetzt wurden“.

Aber trotzdem war die Aufgabe der Feuerwehrmänner nicht einfach. Sie mussten sich unter Atemschutz durch die Gänge kämpfen und entscheiden, welche Patienten gerettet werden sollten, um Rauchvergiftungen zu vermeiden. Eine Krankenschwester, gemimt von Jugendfeuerwehrmann Jonas Syrowatka, wurde mit der Drehleiter von der Südseite des Gebäudes gerettet. Ein Arzt konnte sich selber in Sicherheit bringen.

Frank Abele als DRK-Zugführer der dritten Einsatzeinheit des DRK aus Ellwangen und Lauchheim schilderte, wie das ganze Szenario bei einem tatsächlichen Ernstfall aussehen würde: „Wir würden den Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst alarmieren. Die integrierte Leitstelle des Roten Kreuzes würde eine Mitteilung der Verletztenzahl an die Oberleitstelle in Stuttgart weiterleiten.

Von dort würde dann entschieden, in welche Krankenhäuser die Verletzten verlegt werden können. Dabei würde bei den Krankenhäusern des Ostalbkreises aber auch darüber hinaus nachgefragt. „Wer hat Kapazitäten, um die Verletzten aufzunehmen“? Zusätzlich würden bei einem tatsächlich Ernstfall Hubschrauber alarmiert. Die Ausleuchtung der Landefläche ist eine weitere Aufgabe der Feuerwehr.

Nach gut einer Stunde wurde „Feuer schwarz“ gemeldet, soll in der Feuerwehrsprache heißen, dass der Brand gelöscht war. Bei der anschließenden Manöverkritik waren sich sowohl Stadtbrandmeister Wolfgang Hörmann, der als Beobachter teilnahm, als auch Einsatzleiter Rainer Babbel einig: Die Übung war gelungen.

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