„Ellwanger Einkaufsgeschichte(n)“ machen Lust auf mehr

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 Wo Carola Praxl (links) heute Bücher, Schmuck und Geschirr verkauft, war früher eine Backstube. Das erfuhren die Teilnehmer der
Wo Carola Praxl (links) heute Bücher, Schmuck und Geschirr verkauft, war früher eine Backstube. Das erfuhren die Teilnehmer der neuen Stadtführung „Ellwanger Einkaufsgeschichte(n)“. (Foto: Rapp-Neumann)

Wer Ellwangens beste Seiten kennenlernen will, sollte an einer Stadtführung zu „Ellwanger Einkaufsgeschichte(n)“ teilnehmen. 45 Mitglieder des Stadtmarketingvereins Pro Ellwangen haben am Montagabend in zwei parallelen Führungen eine ebenso informative wie unterhaltsame Kostprobe vor der eigentlichen Premiere erlebt und waren des Lobes voll.

Das Besondere: Die Teilnehmer besuchen verschiedene Geschäfte und lernen deren Inhaber und Geschichte kennen. Pro Führung sind es drei – welche, wird vorher nicht verraten.

Die Idee hatte der Pro-Ellwangen-Arbeitskreis Handel. „Heimat shoppen“ lautet das Zauberwort der Strategie, die Internet-Konkurrenz und Leerständen den Kampf angesagt hat. Die Tourist-Information, Citymanagerin Verena Kiedaisch und die Stadtführerinnen Uschi Ladenburger und Ruth Julius haben dazu ein Konzept erarbeitet, das perfekt zur Kleinstadtperle Ellwangen passt und das im September erschienene Einkaufsmagazin „73479 – Ellwangens beste Seiten“ hervorragend ergänzt.

In der ehemaligen Backstube gibt es jetzt Bücher

Bei den Ellwanger Einkaufsgeschichten geht es um die Geschichte der Stadt und des Handels durch die Jahrhunderte. „Seit seiner Gründung ist Ellwangen ein Handelsplatz“, so Uschi Ladenburger mit Blick auf den Kalten Markt. Bis heute zeugen Straßennamen wie Apothekergasse oder Schmiedstraße von Zünften, die in jenen Zeiten dort ihrer Arbeit nachgingen, als Ellwangen 43 Gaststätten und elf Brauereien hatte.

In den Wirtschaften wurden auch Verträge abgeschlossen. Weil Frauen nicht ins Wirtshaus durften, waren für sie die Brunnen Orte der Kommunikation. Der „Grüne Hof“ war einst das Stadtpalais der Fürstpröpste, später ein Textil- und Lebensmittelgeschäft und eine Wirtschaft mit Kino im ersten Stock. Heute ist hier hier Abele Ambiente. Der Raumausstatter ist aus einer Sattlerei in Pfahlheim hervorgegangen und seit Generationen ein Familienbetrieb: „Wir haben alles, was Wohnen schöner macht“, so Susanne Abele. „Das ist im Laufe der Zeit gereift“, ergänzt Seniorchefin Agathe Abele.

Wer in der BuchBar stöbert, befindet sich einer ehemaligen Backstube, erklärt Inhaberin Carola Praxl. Auch hier macht die Mischung den Erfolg: Der Wein zum Buch, Steiff-Tiere, Glasperlenschmuck und dänisches Geschirr. Weitere Stationen waren das Damenmodegeschäft Lilou und Stade Optik. Bei P & R-Fashion, das seit sechs Jahren Damen und Herren anzieht, endete nach zwei Stunden ein vergnüglicher Spaziergang durch eine Stadt, die nicht nur schöne Gebäude, sondern auch schöne Geschäfte hat.

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