Ellwanger Containersiedlung für Flüchtlinge wird abgebaut

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 Vor den Wohncontainern hat ein Kranwagen Aufstellung genommen. Tieflader werden die Container dann nach der Demontage nach Schw
Vor den Wohncontainern hat ein Kranwagen Aufstellung genommen. Tieflader werden die Container dann nach der Demontage nach Schwäbisch Gmünd transportieren. (Foto: fg)

Der Abbau der Containersiedlung für Flüchtlinge an der Ellwanger Haller Straße hat begonnen. Die Siedlung war 2013 errichtet worden. Sie war für 50 Menschen ausgelegt, die hier Unterkunft finden sollten. Es ist geplant, die Container als Baustellencontainer für die Bauarbeiten am Kreisberufsschulzentrum Schwäbisch Gmünd weiter zu verwenden.

Der Hauptgrund für die Demontage des Containerdorfes liegt in den „allgemein zurückgehenden Flüchtlingszahlen“, wie das Landratsamt der „Ipf- und Jagst-Zeitung“/ Aalener Nachrichten“ mitteilt. Da außerdem freie Kapazitäten in den kreiseigenen Unterkünften vorhanden seien, würden die Container nicht mehr zur Belegung mit Flüchtlingen benötigt.

Sie sollen zukünftig als Baustellencontainer bei der Sanierung des Kreisberufsschulzentrums in Schwäbisch Gmünd eingesetzt werden. Dort dienen sie dann als Aufenthalts- und Besprechungsräume sowie als Lager- und Duschräume dienen. Ende Mai sollen die Container in Schwäbisch Gmünd für ihren neuen Einsatzzweck bereit stehen.

Bis zum Ende der Woche soll abgebaut sein

Bereits am Montag waren ein großer Kranwagen und ein Tieflader auf dem Gelände hinter dem Postverteilzentrum in der Haller Straße aufgefahren. Bis zum Ende der Woche soll der Abbau der Container abgeschlossen sein. Nach Auskunft von Ralf Wagenknecht vom Landratsamt des Ostalbkreises wurde das Containerdorf unter der Regie des Landkreises als Gemeinschaftsunterkunft zur vorläufigen Unterbringung von Flüchtlingen betrieben.

Dies ist für Asylsuchende die zweite Etappe nach ihrem Aufenthalt in der Landeserstaufnahmestelle. Asylsuchende verbleiben in dieser vorläufigen Unterbrinung während der Dauer ihres Verfahrens, maximal 24 Monate.

In den Wohnmodulen der Gemeinschaftsunterkunft waren jeweils zwei Flüchtlinge untergebracht. Bei voller Belegung standen jedem Bewohner sieben Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Darüber hinaus gab es Gemeinschaftküchen und -waschräume sowie Aufenthaltsräume. Wie Ralf Wagenknecht vom Landratsamt erläutert, lebten im Sommer vergangenen Jahres 25 Menschen in den Containern.

Seit November steht Anlage leer

Seit dem 15. November steht die Anlage leer. 15 Flüchtlinge wurden in anderen Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises untergebracht, neun fanden mit Unterstützung im Rahmen der sogenannten Anschlussunterbringung Wohnraum im Raum Ellwangen. Hierbei habe es sich vorrangig um Flüchtlinge gehandelt, die einer Ausbildung oder einer Erwerbstätigkeit nachgingen, so Wagenknecht.

Bei 16 Flüchtlingen, die zuletzt in den Containern gewohnt hatten, war das Asylverfahren bereits abgeschlossen: Sieben von ihnen seien als Asylbewerbet anerkannt worden, die übrigen neun seien trotz Ablehnung geduldet worden. Neun weitere Flüchtlinge hätten sich noch im laufenden Asylverfahren befunden. Sechs Flüchtlinge stammten aus Gambia, fünf aus Syrien, jeweils drei aus Nigeria und Algerien. Die übrigen hätten sich auf die Länder Kamerun, Irak, Kosovo, Togo und Pakistan verteilt.

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