Ellwanger Bildhauer präsentiert seine Kunst auf der Bundesgartenschau

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Bei der Bundesgartenschau in Heilbronn präsentiert sich der Hohenloher Kunstverein mit Arbeiten seiner Mitglieder. Zu denen zählt auch der Ellwanger Bildhauer Rudolf Kurz. Er ist mit der Skulptur „Tetralogie“ vertreten.

„Die Bezeichnung ist dem griechischen Theater entlehnt“, erläutert Rudolf Kurz im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung / Aalener Nachrichten“. Eine Tetralogie beschreibt die Abfolge von drei Tragödien und eines heiteren Satyrstücks, die gewöhnlich einem gemeinsamen Thema gewidmet sind und von demselben Verfasser stammen.

Vier Gestalten, „ältere Herren“, so Kurz, sitzen eng und in einem geschützten Rahmen beieinander und könnten sofort einen Dialog beginnen. Doch jeder schaut konsequent am anderen vorbei, jeder blickt in eine andere Richtung. Die vier nehmen die Einladung zum Gespräch nicht an. Sie bleiben sprachlos und unbehaust: „Das kann man im Leben oft beobachten, auch in der Politik“, sagt Kurz.

Individuelle Gesichtszüge lassen sich diffus erkennen. Doch der Künstler hat die Physiognomien bewusst nicht ausgearbeitet. Das steinerne Quartett bleibt anonym. Es könnte jeder sein, der dort stumm und gleichsam „versteinert“ sitzt und keine Worte findet.

Mit seiner fast fünf Tonnen schweren Skulptur aus norditalienischem Palissandro-Bluette-Marmor widmet sich Kurz einem Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens, dem Thema „Körper im Raum.“

Der Freiraum in der Mitte der vier sitzenden Torsi öffnet den Blick in das umgebende Gelände der Bundesgartenschau. Es entstehen Durchblicke und Sichtachsen. Je nachdem, wie der Blick gelenkt wird, verändert sich auch das Raumgefühl des Betrachters, der zu kontemplativem Nachdenken angeregt wird.

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