Ellwangens interkultureller Frauenrat hat sich etabliert

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Petra Rapp-Neumann

Im Mai 2014 wurde Ellwangen als erste Stadt in Baden-Württemberg mit dem Prädikat „Stadt ohne Rassismus“ ausgezeichnet. Das ist nicht nur ein Gütesiegel, sondern auch eine Verpflichtung. Damit Ellwangen bunt bleibt und Integration konkret wird, liegt dem städtischen Integrationsbeauftragten Jürgen Schäfer und seiner Mitarbeiterin Olga Krasniqi auch der rege Austausch von Frauen aus verschiedenen Kulturen am Herzen. Auf Krasniqis Initiative ist im Januar 2016 der interkulturelle Frauenrat an den Start gegangen. Am Montagabend informierte sie im Rathaus über aktuelle Integrationsprojekte. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Aktionsbündnisses für Flüchtlingshilfe im Ostalbkreis statt.

Der interkulturelle Frauenrat soll Informationsbörse sein, Frauen besser vernetzen, frauenpolitische Aktionen koordinieren und Denkanstöße geben. Olga Krasniqi lädt Referentinnen zu den monatlichen Treffen ein, die frauenrelevante Themen vorstellen. „Unser Angebot wird gut angenommen“, sagte Olga Krasniqi am Abend. „Frauen und Mütter sollen gestärkt werden. Im Mittelpunkt stehen die gleichberechtigte gesellschaftliche und zunehmend auch die politische Teilhabe von Migrantinnen und die Zusammenarbeit des Frauenrats mit Frauenverbänden wie dem Kreisfrauenrat und der Kontaktstelle Frau und Beruf im Landratsamt.“ Migrantinnen könnten wertvolle Multiplikatorinnen sein und Integration unterstützen.

Krasniqi lässt sich in ihrem Engagement nicht entmutigen, auch wenn mal weniger Frauen zu den Treffen ins Rathaus kommen: „Jede einzelne ist uns willkommen.“ Öffnet euch, rät sie den Frauen. Kümmert euch gut umeinander, engagiert euch ehrenamtlich. Damit helft ihr nicht nur anderen, sondern auch euch selbst. Macht mit in der Lernwerkstatt der LEA. Baut Brücken, auch solche sprachlicher Art. Wer zweisprachig aufgewachsen oder gut in Fremdsprachen ist, kann zum Beispiel als ehrenamtliche Dolmetscherin eingesetzt werden. Im Mai findet im Ellwanger Rathaus eine Schulung für ehrenamtliche interkulturelle Sprachvermittlung statt. Auch als Schöffen sind Migrantinnen mit guten Deutschkenntnissen gefragt. Im Speratushaus bieten Caritas, Diakonie, DRK, Kirchengemeinden, Stadtverwaltung und Freundeskreis Asyl vielfältige Themenabende zu interkultureller Kompetenz, Umgang mit Stammtischparolen sowie Chancen und Grenzen des Ehrenamts an.

An Angeboten mangelt es also nicht. Doch sie müssen vermittelt und „an die Frau“ gebracht werden. Auch dabei hat der Frauenrat eine wichtige Rolle.

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