Ellwangen und Ulm erhalten Landesgartenschau, Tuttlingen geht leer aus

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Die Landesgartenschau kommt nach Ulm und Ellwangen
Im Fall von Ellwangen war laut dem Minister für Ländlichen Raum, Peter Hauk, auch ausschlaggebend, dass die Stadt durch die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eine enorme Belastung habe. Derzeit laufen zwischen der Stadt und dem Innenministerium Gespräche über die Zukunft dieser LEA.
Deutsche Presse-Agentur

Ellwangen richtet die Landesgartenschau 2026 aus, Rottweil und Ulm folgen 2028 beziehungsweise 2030. Tuttlingen dagegen geht leer aus. Das geht aus den Ergebnissen einer Fachjury hervor, die Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum am Dienstag in Stuttgart vorstellte.

Das Land übernimmt bis zu 50 Prozent der Investitionskosten. Aktuell steuert das Land für Landesgartenschauen maximal fünf Millionen Euro bei. Vergeben wurden auch zwei kleinere Gartenschauen in den ungeraden Jahren dazwischen, die mit bis zu zwei Millionen Euro gefördert werden: 2027 in Bad Urach und 2029 in Vaihingen/Enz. Beworben hatten sich 14 Kommunen.

Das Kabinett hat am Dienstag die Zuschläge für die Jahre 2026 bis 2030 erteilt. Hauk sprach von beeindruckenden Machbarkeitsstudien, die von den Bewerberkommunen vorgelegt worden seien. „Es wurde deutlich: Grüne Infrastruktur ist für viele Städte essenziell, um den klimatischen Veränderungen und anderen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.“ Viele hätten die Bürger beteiligt, um Ideen zu sammeln und frühzeitig hohe Akzeptanz zu erreichen. Wer leer ausgegangen sei, könne sich 2019 für die Jahre 2031 bis 2035 bewerben.

„Belohnung“ für LEA in Ellwangen

Hauk räumte ein, dass bei Ellwangen für 2026 auch landespolitische Erwägungen eine Rolle gespielt hätten. Ein Stück weit wolle das Kabinett damit auch die Übernahme der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge honorieren. Daher sei unter den guten Bewerbungen die Wahl auf die Stadt im Ostalbkreis gefallen. Auch gehe man jetzt davon aus, dass die Vereinbarung mit dem Land dazu auch verlängert werde. Ulm habe den Zuschlag für 2030 unter anderem deshalb bekommen, weil dort 1980 — also dann 50 Jahre zuvor — die erste Landesgartenschau Baden-Württemberg stattfand.

Das sagt Ellwangens Oberbürgermeister zur Landesgartenschau
Die Landesgartenschau birgt riesige Chancen für die Stadt Ellwangen. Vor allem in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn.

Derzeit erwartet das badische Lahr bis Mitte Oktober eine Million Besucher zu rund 4000 Veranstaltungen. In die Landesgartenschau hat Lahr eigenen Angaben zufolge rund 58 Millionen Euro investiert.

Neben der originären Gartenschauförderung von fünf Millionen Euro bewilligte das Land weitere 13 Millionen Euro für Arbeiten im Zusammenhang mit der Blumenschau: etwa den Bau einer Brücke sowie Maßnahmen zur Stadtsanierung.

Baden-Württemberg unterscheidet seit einigen Jahren zwischen großen Landesgartenschauen in allen geraden Jahren und kleineren Grünprojekten in den Jahren dazwischen. Bis 14. Oktober läuft die Landesgartenschau im badischen Lahr. Hinzu kommen die Bundesgartenschauen 2019 in Heilbronn und 2023 in Mannheim.

Landesgartenschauen in Baden-Württemberg seit 1980

Landesgartenschau

2020 — Überlingen

2022 — Neuenburg

2024 — Wangen

2026 — Ellwangen

2028 — Rottweil

2030 — Ulm

Gartenschau/Grünprojekt

2019 — Remstal

2021 — Eppingen

2023 — Balingen

2025 — Freudenstadt/Baiersbronn

2027 — Bad Urach

2029 — Vaihingen/Enz


Die Kinder aus Schrezheim entfalten das Logo der geplanten Landesgartenschau.
In Ellwangen und in Ulm hat es einen Flashmob gegeben. Das jeweilige Ziel: Die Jury der Landesgartenschau-Kommission beeindrucken.
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