Ellwangen ist Tatort im Radio-Tatort

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Schauspielerin Karoline Eichhorn („Die Kirche bleibt im Dorf“) spielt im Radio-Tatort des SWR die Kriminalhauptkommissarin Nina
Schauspielerin Karoline Eichhorn („Die Kirche bleibt im Dorf“) spielt im Radio-Tatort des SWR die Kriminalhauptkommissarin Nina Brändle. Mit ihr ermittelt Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner (Ueli Jäggi). Ihr aktueller Fall spielt in Ellwangen. (Foto: Archiv- Uli Deck / dpa)
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Finstere Gestalten haben die alte Schule in Ellwangen besetzt und das Königreich Deutschland ausgerufen. Ellwangen ist Tatort. Radio-Tatort.

In Kriminalromanen ist Ellwangen schon öfter Schauplatz spannender Geschichten gewesen. Die Stadt hat sogar schon Filmgeschichte geschrieben. Die „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann ist teilweise hier gedreht worden – vielleicht. Vielleicht auch nicht. Da scheiden sich die Geister.

Jetzt kommt Ellwangen auch als Hörspiel-Krimi groß raus. Ok, der Radio-Tatort hat vermutlich nicht ganz so viele Fans wie der Fernseh-Tatort am Sonntag. Anders als im Fernsehen dürfen aber hier alle ein bisschen Dialekt sprechen. Honoratioren-Schwäbisch halt, damit man es im hohen Norden auch noch versteht.

Betrüger, Jäger und ein Meth-Junkie

Wie beim großen Bruder gibt es auch hier Ermittlerteams in den verschiedenen Bundesländern und die Radio-Tatorte werden bundesweit von den beteiligten Sendern ausgestrahlt. Weshalb inzwischen ein paar Menschen mehr von Ellwangen gehört haben dürften als bisher.

Ellwangen ist, wie es sich bei einem Krimi gehört, Schauplatz dunkler Machenschaften. Denn in der alten Schule hat sich Udo Knöpfle eingenistet. Miete zahlt er schon lang nicht mehr, warum auch. Schließlich ist er selbsternannter König von Deutschland und die Bundesrepublik nichts anderes als eine GmbH, weshalb er findet, dass die Gesetze für ihn und seine Gefolgschaft nicht gelten. Klingt nach Reichsbürger. Das hätte auch ein spannendes Thema werden können. Es wird aber nicht konsequent durchgehalten.

Denn der schillernde Udo Knöpfle (wer denkt sich eigentlich solche Namen aus) ist anders als seine drei Untertanen weniger Reichsbürger als Betrüger, der Damen charmiert und falsche Krankenversicherungen verkauft. Hauptsache er profitiert.

Mit Betrug hat auch Elke, die einzige Frau in der alten Schule, Erfahrung. Sonst hat Knöpfle noch einen Jäger und einem Meth-Junkie um sich geschart. Wäre da nicht der Armbrust-Schuss auf einen Polizisten, wäre der Haufen in der Schule eher skurril als bedrohlich. Schade eigentlich. Denn Reichsbürger, das hat sich in der Vergangenheit schon einige Male gezeigt, sind alles andere als harmlose Spinner.

Wo ermittelt wird, spielt keine große Rolle

Na gut, es ist nicht der beste aller Radio-Tatorte, auch wenn er in Ellwangen spielt. Und ob nun Ellwangen oder Hintertupfingen die Kulisse bilden, macht eh keinen Unterschied. Lokalkolorit Fehlanzeige. Erwähnt wird nur die alte Schule. Und die gibt’s hier nicht. Das ist dann wieder wie im Fernsehen, wo der Stuttgarter Tatort auch größtenteils woanders gedreht wird.

Macht nichts. Wir können uns ja weiter mit der „Feuerzangenbowle“ trösten. Auch wenn sie doch nicht in Ellwangen gedreht worden sein sollte. Aber das weiß ja keiner.

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